Förderung marktorientierter Schulungsangebote

Mit diesem Projekt werden die Regierungen von Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) bei der Verbesserung des Zugangs, der Qualität und des Stellenwerts ihrer jeweiligen Berufsbildungssysteme unterstützt. Das Projekt befasst sich daher mit der Lage der Beschäftigung bzw. Arbeitslosigkeit, die durch die fehlende Qualität der durch die jetzigen Systeme vermittelten Qualifikationen ausgelöst wird, als der grössten Herausforderung für eine Entwicklung. 

Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo, die zusammengefasst üblicherweise als die Region der Grossen Afrikanischen Seen bezeichnet werden, haben historische und geografische Gemeinsamkeiten und teilen auch Altlasten in Form einer Reihe von Herausforderungen aus der belastenden Kolonialzeit. Diese Länder haben Zeiten politischer Instabilität durchlebt, die bewaffnete Konflikte beschleunigten. Sie sehen sich gemeinsamen Herausforderungen gegenüber, wenn auch nicht im selben Ausmass. Deren Bandbreite umfasst eine schwache Privatwirtschaft, Fachkräftemangel, ineffiziente Berufsbildungseinrichtungen und -systeme, unzureichende Qualifikationsrahmen sowie eine grosse Anzahl arbeitsloser Jugendlicher.

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bukavu, congo
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kigali, rwanda
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bujumbura, burundi
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Projektdauer
2012 - 2022
Finanziert durch
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA

Das Projekt

Das Projekt PROMOST ist derzeit in seiner zweiten Umsetzungsphase. Es nutzt einen systemischen Ansatz und arbeitet eng mit den Sektoren der formellen und informellen Berufsbildung sowie der lokalen ländlichen Bevölkerung zusammen, um seine fünf Hauptergebnisse zu erreichen: 
  1. Verbesserung des Zugangs zu einem gerechteren und stärker diversifizierten Berufsbildungssystem; 
  2. Verbesserung der Qualität und des Stellenwerts der Berufsbildungsangebote; 
  3. Unterstützung der Entwicklung eines Systems zur Anerkennung bereits erworbener Kenntnisse und Erfahrungen; 
  4. Unterstützung einer gemeinsamen Leitung der lokalen Ausbildungssysteme und Verbesserung der fachgerechten Stellenvermittlung; und 
  5. Verbesserung des Zugangs zu finanziellen und nichtfinanziellen Dienstleistungen für die Zielbegünstigten. 
Die wichtigsten im Rahmen des Projekts umgesetzten Aktivitäten umfassen insbesondere (aber sind nicht beschränkt auf) Ausbildungsangebote für Ausbildende (Train-the-Trainer), Capacity Building für die Führungskräfte und anderen Akteure des Berufsbildungssektors, kurze Ausbildungen für die schwache ländliche Bevölkerung, Lehrlingsausbildungsprogramme, Wiederaufbau der Mikroausbildungseinrichtungen im informellen Sektor, Kontakte zwischen der Privatwirtschaft und den Berufsbildungseinrichtungen sowie Unterstützungen bei der Annäherung an Unternehmensentwicklung und Unternehmertum für Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungen.Die folgenden Sektoren stehen im Mittelpunkt des Projekts: Schreiner- und Maurerhandwerk, Schweißen, Lebensmittelverarbeitung, Kfz- und Motormechanik, Strickarbeiten, Bambusverarbeitung, Coiffeur, Lederproduktion, Elektrik, Fotografie und Videografie, Schneiderei, Bootsbau, Klempnerei, Photovoltaik und Seifenherstellung.

Das Projekt verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungssituation und Schaffung von Einkommen für 5’750 Jugendliche (davon 40% Frauen) aus der ländlichen Bevölkerung in den Zielgebieten der Region der Grossen Afrikanischen Seen zu leisten. Dies wird durch die Verbesserung des Zugangs dieser Personengruppe zu hochwertiger und arbeitsmarktorientierter Berufsbildung erreicht.

Projektpartner

Ruanda

  • Bildungsministerium (MINEDUC)
  • Behörde für Personalentwicklung (WDA)
  • Integriertes Polytechnisches Regionalzentrum in der Westprovinz in Karongi (IPRC West)
  • Verband der Privatwirtschaft (PSF)
  • Westprovinz und Kommunen in allen Zielgebieten 

Demokratische Republik Kongo (DRK)

  • Das Bildungsministerium der Provinz
  • Die Landesjugendabteilung
  • Weltverband der Handwerker (CMA)
  • Gesellschaft für Handwerkskunst (SMA)
  • Süd-Kivu Local Economy Counter (GEL-Süd-Kivu) 

Burundi

  • Handwerker der Gemeinden Kayanza, Muruta und Matongo
  • Kommunalverwaltungen in den Konzentrationszonen
  • Die Fachkammer für Kunst und Handwerk (CHASAA)
  • Das Kollektiv zur Förderung von Jugendverbänden (CPAJ)
  • Ausbildungszentren der Ordensgemeinschaften Matongo, Rwegura und Maramvya
  • Kayanza Zentrum für Handwerksförderung (PAK)
  • Auf Unternehmertum spezialisierte Organisationen, z.B. Burundi Business Incubator (BBIN), Action avec les Enfants et les Femmes vulnérables (AFEV) und Association pour la Reconstruction Global (ARG). 

Resultate

In der westlichen Provinz Ruanda wurden sechs öffentliche Berufsbildungs-Schulen gebaut. Diese Schulen wurden der Regierung übergeben und werden von den jeweiligen Distrikten verwaltet.

Entwicklung von technischen Ausbildungsmodulen

  • Entwicklung von technischen Ausbildungsmodulen aus den Lehrplänen der Stufen 1 und 2 in ausgewählten Berufen.
  • CBT-Curricula (Competency-Based Training) werden unter Beteiligung des Privatsektors entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbehörden umgesetzt.
  • Curricula werden für die Kurzzeitausbildung und die modernisierte Lehrlingsausbildung entwickelt.

Ausbildung von Ausbildern an Berufsschulen, von Handwerkern, die als Lehrmeisterinnen oder Lehrmeister tätig sind, und von Verwaltungs- und Managementpersonal an Berufsbildungsschulen. Dies mit dem Ziel die Ausbildungskapazität und -qualität zu erhöhen, die pädagogischen und technischen Fähigkeiten zu verbessern und die Verwaltung und Koordination von Berufsbildungseinrichtungen zu verbessern.

In jedem der drei Länder wird ein regionales RPL-System (Recognition of Prior Learning)  entwickelt und erprobt. Dieser Prozess ermöglicht, dass Menschen eine formale Qualifikation erhalten, die ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht, und so zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit und sozialen Eingliederung beizutragen. Ziel ist, weitere RPL-Zertifizierungen in zusätzlichen Berufen aufzunehmen und damit die Institutionalisierung innerhalb der Länder anzustreben.

Schaffung formaler Verbindungen zwischen der öffentlichen Berufsbildungsinstitutionen und dem Privatsektor

Der Aufbau nachhaltiger, dauerhafter Verbindungen zwischen dem Privatsektor und den öffentlichen Berufsbildungsanbietern ist eine der Prioritäten des Programms. Dies ist ein entscheidender Aspekt, um ein marktorientiertes Ausbildungsangebot zu gewährleisten. Das Programm hat dazu beigetragen, die Interaktion zwischen dem Privatsektor und den berufsbildenden Schulen zu intensivieren, um deren Dienstleistungsangebot, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Auf lokaler Ebene werden in jedem der drei Länder Stakeholder-Plattformen geschaffen. Diese Plattformen bilden eine wichtige Grundlage, um die Nachhaltigkeit künftiger Projektaktivitäten zu gewährleisten.

Durch die Einrichtung neuer Ausbildungsangebote hat PROMOST massgeblich zur Breitenwirkung der Berufsausbildung beigetragen. Rund 10 000 Menschen profitieren direkt oder indirekt davon, 85% davon haben ihr Einkommen erhöht. Die jungen Menschen wurden sich der Bedeutung von Selbstständigkeit und Qualifikation bewusst; Frauen können ihre Autonomie durch Diversifizierung ihrer Aktivitäten stärken, während Kleinunternehmer ihre Produktion und ihr Einkommen erhöhen.

Project Journey and Key Achievements 2012 - 2020
PROMOST (Promoting Market-Oriented Skills Training) in the Great Lakes Region is currently in its eighth year of operations in Rwanda and is about to round up the third phase of the 12-year SDC programme that aims at supporting the Government of Rwanda’s efforts to improve access to as well as quality and relevance of its TVET system. This regional programme extended its activities to Burundi and the Democratic Republic of Congo during phase 2. PROMOST is financed by SDC (Swiss Agency for Development and Cooperation). 

Aktuelles

Burundi, DR Kongo, Ruanda
Berufliche Ausbildung , Arbeitsmarktintegration, Umschulung und Weiterbildung
24.03.2020
Region der Grossen Seen in Afrika: Förderung marktorientierter Schulungsangebote
Mit dem Projekt PROMOST (Promoting Market-Oriented Skills Training and Employment Creation) in der Region der Grossen Seen in Zentralafrika unterstützt Swisscontact die Regierungen von Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo in ihren Bemühungen, das Bildungssystem zu modernisieren. Vor drei Jahren weiteten sich die Aktivitäten des...