Programm für nachhaltigen Tourismus Schweiz-Marokko (TDSM)

Das Schweizerisch-Marokkanische Programm für nachhaltigen Tourismus (TDSM) fördert einen nachhaltigen ländlichen Tourismus in der Region Béni Mellal-Khénifra. Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Phase unterstützt das Programm die Entwicklung von Destinationen, die lokal verankert sind und positive wirtschaftliche, soziale und ökologische Wirkungen für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU) im Tourismussektor sowie für die lokale Bevölkerung erzielen können, insbesondere für junge Menschen und Frauen.
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Beni Mellal
32.324793
-6.372543
Projektdauer
2020 - 2029
Finanziert durch
  • Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
  • Marokkanisches Ministerium für Tourismus, Luftverkehr, Handwerk und Sozialwirtschaft
  • Société Marocaine d’Ingénierie Touristique (SMIT)

Das Projekt

Der Tourismus kann zu einer inklusiven und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beitragen, indem er Arbeitsplätze schafft, Einkommen generiert und lokale Wertschöpfungsketten stärkt. Die Region Béni Mellal-Khénifra verfügt über bedeutende natürliche, kulturelle und historische Ressourcen. Ihre ländlichen Destinationen stehen jedoch weiterhin vor Herausforderungen in den Bereichen Gouvernanz, Qualität und Vermarktung touristischer Angebote, berufliche Kompetenzen, Zugang zu Unterstützungsleistungen sowie praktische Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards.

Das Schweizerisch-Marokkanische Programm für nachhaltigen Tourismus ist Teil der bilateralen Zusammenarbeit zwischen der Regierung des Königreichs Marokko und der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Nach einer ersten Phase von 2020 bis 2024 wird das Programm mit einer zweiten Phase von 2025 bis 2029 fortgesetzt. Ziel ist es, die Entwicklung nachhaltiger Destinationen in der Provinz Azilal zu unterstützen, die lokal verankert sind und positive Wirkungen für KKMU im Tourismussektor sowie für die lokale Bevölkerung erzielen können.

Swisscontact übernimmt eine moderierende und unterstützende Rolle und arbeitet mit öffentlichen Institutionen, dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft sowie mit Bildungs- und Beratungsanbietern zusammen. Auf regionaler Ebene trägt das Programm zu einem besser koordinierten Destinationsmanagement, einem qualitativ hochwertigeren und nachhaltigeren Tourismusangebot, stärkeren Kompetenzen sowie einem verbesserten Zugang zu Märkten und Unterstützungsleistungen bei. Auf nationaler Ebene fördert es die Anpassung und Übertragung erfolgreicher Erfahrungen und unterstützt die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsrahmens, der Tourismusdestinationen und -anbieter bei der schrittweisen Umstellung auf nachhaltigere Praktiken unterstützt.

Aktivitäten des Projekts:

1. Nachhaltige Gouvernanz von Destinationen

Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus dem öffentlichen und privaten Sektor sowie der Zivilgesellschaft, Ausbau der Kompetenzen der Akteure im Destinationsmanagement, Identifizierung regulatorischer Hindernisse und Überwachung von Nachhaltigkeitsindikatoren auf der Grundlage der GSTC-Kriterien.

2. Nachhaltiges Tourismusangebot und Entwicklung des Privatsektors

Verbesserung des Verständnisses der Nachfrage, Unterstützung bei der Entwicklung nachhaltiger und marktfähiger Tourismusangebote, Stärkung von KKMU im Tourismussektor sowie Verbesserung der Vermarktung und des Vertriebs, insbesondere durch digitales Marketing.

3. Bildungs- und Beratungsangebote

Stärkung von Bildungsanbietern, damit sie bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildungen im Bereich nachhaltiger Tourismus anbieten können, insbesondere für Anbieter ländlicher Unterkünfte, Naturführerinnen und Naturführer sowie Anbieter von Outdoor-Aktivitäten.

4. Nationale Skalierung

Unterstützung nationaler Akteure bei der Anpassung, Übertragung und Skalierung erfolgreicher Erfahrungen aus Béni Mellal-Khénifra sowie Beitrag zur Entwicklung eines nationalen Nachhaltigkeitsrahmens für den Tourismussektor in Zusammenarbeit mit der Confédération Nationale du Tourisme (CNT) im Rahmen der neuen Roadmap des Sektors für 2027–2030.

 

Ziele

Das Programm zielt darauf ab, den nachhaltigen ländlichen Tourismus in der Region Béni Mellal-Khénifra weiterzuentwickeln, um Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende Arbeitsplätze zu verbessern, insbesondere für junge Menschen und Frauen. Konkret verfolgt das Programm folgende Ziele:

  • Verbesserung der Zusammenarbeit und der Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus.
  • Verbesserung der Qualität und Nachhaltigkeit des Tourismusangebots in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor.
  • Verbesserung des Bildungsangebots und der Qualität der Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus.
  • Unterstützung nationaler Akteure bei der Übernahme, Anpassung und Übertragung erfolgreicher Erfahrungen aus der Region sowie Stärkung der Nachhaltigkeit des Tourismus auf nationaler Ebene.

Ergebnisse der ersten Phase (2020–2024)

Von 2020 bis 2024 unterstützte das TDSM-Programm die erste Aufwertung ländlicher Destinationen in den Provinzen Azilal und Béni Mellal und legte damit die Grundlage für ein nachhaltiges und inklusives Modell.

Strukturierung, Koordination und Planung der Tourismusentwicklung

  • 7 Aktionspläne für nachhaltigen Tourismus für Destinationen in den beiden Provinzen entwickelt.
  • 20 lokale Massnahmen im Rahmen der kommunalen Aktionspläne umgesetzt: sanierte Wanderwege, Rastplätze, Beschilderungen, Campinganlagen und Abfallmanagement.
  • Unterstützung bei der Gründung der regionalen Tourismusentwicklungsgesellschaft SDR Atlas.
  • 10 Tourismusführer für Destinationen in den beiden Provinzen entwickelt.
  • 2 Informationsreisen für 21 italienische und spanische Tourismusakteure mitorganisiert.

Technische und finanzielle Unterstützung für ländliche Tourismusunterkünfte

  • 21 ländliche Tourismusunterkünfte renoviert und 19 weitere im Jahr 2025 in Renovierung.
  • 14 Coaches im Bereich nachhaltiges Management ländlicher Tourismusunterkünfte ausgebildet.
  • 192 Coaching-Sitzungen für 96 Führungskräfte und Mitarbeitende durchgeführt.
  • 69 Mitarbeitende in den Bereichen Gastronomie und Diversifizierung des Speiseangebots geschult.
  • Anstieg der Ankünfte um 35 %, von 2'455 auf 3'316.
  • Anstieg der Übernachtungen um 50,6 %, von 5'184 auf 7'808.
  • Anstieg bei der Erfüllung des Referenzstandards um 27 Prozentpunkte, von 51 % auf 78 %.
  • Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg von 2,11 auf 2,35 Tage, während die durchschnittliche Gästezufriedenheit 4,6 von 5 Punkten erreichte.

Design, Qualität, Vermarktung und Marktzugang für ländliche Kooperativen

  • 20 Kooperativen in den Bereichen Marketing, Vermarktung und Design unterstützt.
  • Gemeinsam mit einem marokkanischen Designer wurden neue Handwerksprodukte entwickelt. Ergänzend wurden Beschilderungen, Kommunikationsmaterialien, Marketingpläne und Storytelling-Instrumente erarbeitet, um die Sichtbarkeit der Kooperativen zu erhöhen.

Stärkung des Humankapitals für einen professionellen und nachhaltigen Tourismus

  • 25 lokale Akteure zu den globalen GSTC-Kriterien für nachhaltigen Tourismus geschult.
  • 30 touristische Dienstleister in der Entwicklung und Vermarktung touristischer Rundreisen geschult.
  • 12 Rafting-Instruktorinnen und -Instruktoren ausgebildet und zertifiziert.
  • 18 Mountainbike-Instruktorinnen und -Instruktoren in der Wartung von Mountainbike-Flotten geschult.
  • 13 Naturführerinnen und Naturführer in der Entwicklung von Mountainbike-Routen geschult.
  • 7 Naturführerinnen und Naturführer als Reittourismus-Guides ausgebildet und zertifiziert.
  • 8 Naturführerinnen und Naturführer sowie 28 Teilnehmende in der Interpretation der geomorphologischen Landschaft des M’Goun-Geoparks geschult.

Aktuelles

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Die Covid-19-Pandemie hat den Tourismus weltweit zum Erliegen gebracht. Welche Faktoren tragen zu einer höheren Resilienz in der Branche bei? Nachhaltigkeit im Tourismus bedeutet nicht nur, ein Umweltprojekt durchzuführen oder einen grünen Geschäftsplan zu erstellen. Nachhaltigkeit im Tourismus bedeutet vielmehr, die Entwicklung des Tourismus mit Ansätzen für die Neugestaltung des Sektors zu verknüpfen. Dadurch werden regionale Wirtschaft und touristische Destinationen widerstandsfähiger.