Gemeinsam für Geschlechtergleichstellung

Das Ziel ist, die sozioökonomischen Kompetenzen junger Männer und Frauen zu stärken, um ihre Autonomie für ein selbstbestimmtes Leben zu fördern. Der Gleichstellung der Geschlechter wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
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south kivu
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28.299435
Projektdauer
2023 - 2026
Finanziert durch
  • Europäische Union
  • Belgian Development Agency

Die Provinz Süd-Kivu steht vor komplexen und anhaltenden Herausforderungen, geprägt von einer Postkriseninstabilität, wiederkehrenden Konflikten, Bevölkerungsvertreibungen, wirtschaftlicher Fragmentierung und weit verbreiteter geschlechtsbasierter Gewalt (GBV). Die staatlichen Strukturen verfügen nur über eine begrenzte Kapazität zur Bereitstellung hochwertiger öffentlicher Dienstleistungen, während der Arbeitsmarkt weitgehend informell bleibt und der Grossteil der Jugendlichen in prekären Existenzaktivitäten tätig ist. Diese Einschränkungen betreffen insbesondere junge Frauen und marginalisierte Gruppen, die verstärkt auf Hindernisse beim Zugang zu Ausbildung, wirtschaftlichen Möglichkeiten und Führungspositionen stossen.

In diesem Kontext werden der Zugang zu Berufsbildung, die wirtschaftliche Integration und geschlechtertransformative Ansätze zu zentralen Faktoren, um Resilienz zu stärken, Stabilität zu fördern und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Das UPEG Projekt reagiert auf diese Bedürfnisse, indem es die Beschäftigungsfähigkeit junger Frauen und Männer verbessert, Gemeinschaften stärkt und positive soziale Normen unterstützt, die zu sichereren und gerechteren Umgebungen beitragen.

Das Projekt

UPEG ist Teil einer umfassenderen Initiative, die von der Europäischen Union finanziert und von Enabel umgesetzt wird. Deren übergeordnetes Ziel ist es, zur Beseitigung geschlechtsbasierter Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo beizutragen. Dieses breiter angelegte Programm verfolgt dieses Ziel durch die Stärkung der sozioökonomischen Eigenständigkeit und des Führungsvermögens von Frauen, die Mobilisierung der Gemeinschaften sowie die Stärkung nationaler Mechanismen zur Bekämpfung von GBV.

Das Programm basiert auf drei spezifischen Zielen:

  • Spezifisches Ziel 1 (SZ1): Förderung eines nationalen Kampfes gegen GBV durch eine Kampagne „Null Toleranz“ und durch die Positionierung der kongolesischen Institutionen als Schlüsselakteure bei der Prävention und Reaktion auf GBV.
  • Spezifisches Ziel 2 (SZ2): Stärkung der sozioökonomischen Eigenständigkeit und des Führungsvermögens von Frauen durch Verbesserung der Ausbildung sowie durch Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit, des Einkommens und der Führungsmöglichkeiten.
  • Spezifisches Ziel 3 (SZ3): Stärkung eines schützenden Umfelds für Frauen durch Mobilisierung der Gemeinschaften zur Prävention von GBV, die Umsetzung schneller Reaktionsmechanismen und die Sicherstellung eines Zugangs zu ganzheitlicher Betreuung für Überlebende.

 

Mandat von Swisscontact

Swisscontact ist verantwortlich für die Erreichung des SZ2 in der Provinz Süd-Kivu — also für die Stärkung der sozioökonomischen Eigenständigkeit und des Führungsvermögens junger Frauen und Männer.

Dazu stärkt das Projekt das Kontinuum Berufsorientierung → Berufsbildung → Integration in den Arbeitsmarkt und stellt sicher, dass jede und jeder Jugendliche von einer individuellen Begleitung, einer qualitativ hochwertigen Ausbildung und einem Coaching profitiert, das den Zugang zu Beschäftigung oder Selbstständigkeit erleichtert. Der Ansatz ist innovativ und personalisiert: Jeder Teilnehmende durchläuft einen auf seine bzw. ihre Fähigkeiten, Ziele und die lokalen wirtschaftlichen Möglichkeiten abgestimmten Lernweg.

Die Intervention ist bewusst geschlechtertransformativ ausgerichtet und integriert Geschlechtergleichstellung und soziale Inklusion (GESI) in alle Aktivitäten: Curriculum Entwicklung, Verbesserung der Lernumgebungen, Gestaltung von Lernmaterialien, Coaching, Unternehmertum und Gemeinschaftsmobilisierung. Dies ermöglicht nicht nur geschlechtersensible Wirkungen, sondern auch transformative Veränderungen.

Swisscontact arbeitet eng mit lokalen Akteuren (Ausbildungszentren, Meister Ausbilder*innen, Gemeinschaftsorganisationen, Sparstrukturen) zusammen und stimmt sich mit den ergänzenden Interventionen der Panzi Stiftung ab, um eine ganzheitliche Begleitung junger Frauen und Männer — einschliesslich Überlebender von GBV — sicherzustellen.

Ziele des Projekts

UPEG trägt zum übergeordneten Ziel der Verringerung geschlechtsbasierter Gewalt in der Region bei, indem wirtschaftliche, soziale und führungsbezogene Dynamiken transformiert werden. Die spezifischen Ziele im Einklang mit dem SZ2 lauten:

Ziel 1 — Stärkung der sozioberuflichen Kompetenzen junger Frauen und Männer 
(SZ2R1)
Verbesserung des Zugangs zu arbeitsmarktorientierter Berufsbildung, lebenspraktischen Kompetenzen und finanzieller Alphabetisierung, sodass Jugendliche die technischen, unternehmerischen und sozialen Fähigkeiten erwerben, die sie für ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit benötigen.

Ziel 2 — Steigerung von Beschäftigung, Selbstständigkeit und Einkommen (SZ2R2)
Unterstützung des Übergangs von der Ausbildung zur wirtschaftlichen Integration durch Coaching, unternehmerische Begleitung und Zugang zu gemeinschaftlichen Finanzmechanismen, wodurch bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und verbesserte Lebensgrundlagen gefördert werden.

Ziel 3 — Stärkung des Führungsvermögens von Frauen und Förderung positiver Männlichkeiten (SZ2R3)
Entwicklung des Führungsvermögens von Frauen und Förderung positiver Formen von Männlichkeit unter Männern und Gemeinschaftsführenden, um inklusivere Entscheidungsräume zu schaffen und schädliche Geschlechternormen abzubauen.

Erwartete Ergebnisse

  • 2 000 junge Frauen und Männer erwerben technische und berufliche Kompetenzen durch eine hochwertige, arbeitsmarktorientierte Ausbildung.
  • Rund 1 500 Jugendliche finden durch Coaching und unternehmerische Unterstützung Zugang zu Beschäftigung oder Selbstständigkeit.
  • Rund 1 350 Teilnehmende steigern ihr Einkommen, viele davon deutlich.
  • 170 Frauen stärken ihre Führungsfähigkeiten und werden aktiver in wirtschaftlichen und gemeinschaftlichen Entscheidungsprozessen.
  • 170 Männer werden als Vorbilder positiver Männlichkeit mobilisiert und tragen zur Veränderung sozialer Normen zugunsten grösserer Gleichstellung bei.
  • Die Ausbildungszentren, Meister Ausbilder*innen und Coaches stärken ihre Kompetenzen und verbessern die Qualität, Inklusivität und Nachhaltigkeit des regionalen Berufsbildungssystems.
  • Mehrere Hundert Gemeinschaftsführer*innen und wirtschaftliche Akteure werden sensibilisiert und engagiert, um Geschlechtergleichstellung, inklusive Arbeitsumgebungen und sicherere Gemeinschaften zu fördern.

Aktuelles

DR Kongo, Benin, Niger
06.03.2026
Was, wenn wir bisher nur eine Seite der Geschichte betrachtet haben? Männer als Verbündete beim Empowerment von Frauen
Diese Fakten kennen wir alle: In vielen Kontexten sind Frauen und Mädchen in der Berufsbildung nach wie vor unterrepräsentiert. Und selbst wenn sie eine Ausbildung beginnen, schränken soziale Normen ihren Zugang zu einem breiten Spektrum an Ausbildungs‑ und Berufsmöglichkeiten häufig ein. In der Folge verbleiben sie oft in Berufen, die weniger anerkannt und schlechter entlöhnt sind – mit begrenzten Chancen auf finanziellen und beruflichen Aufstieg. Nach Abschluss einer Ausbildung gelingt vielen Frauen und Mädchen in Entwicklungs- und Schwellenländer zudem der Eintritt in den Arbeitsmarkt nicht, da gesellschaftliche Erwartungen ihnen unbezahlte Betreuungsarbeit zuschreiben und ihre Mobilität einschränken.