Förderung des grünen Wachstums im Bekleidungssektor durch Qualifizierung (PROGRESS)

Der Ready-Made-Garments-Sektor (RMG) in Bangladesch beschäftigt Millionen von Menschen. Mit dem PROGRESS-Projekt stärkt Swisscontact die Kompetenzen der Arbeitskräfte, verbessert die ESG-Leistung und fördert lokale Kapazitäten, um die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Sektors langfristig zu erhöhen.
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Chattogram
22.356851
91.7831819
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Dhaka
23.810332
90.4125181
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Gazipur
23.9999405
90.4202724
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Narayangonj
23.7146601
90.563609
Projektdauer
2022 - 2026
Finanziert durch
  • Embassy of Sweden in Bangladesh
  • Embassy of Switzerland in Bangladesh
  • Primark

Der RMG-Sektor Bangladeschs, einer der grössten Bekleidungsexporteure der Welt, befindet sich an einem Wendepunkt. Internationale Abnehmer stellen höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit, ESG-Leistung (Environmental, Social and Governance) und Transparenz entlang der Lieferketten. Gleichzeitig fehlt vielen Arbeitskräften, insbesondere Frauen, der Zugang zu Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Kleine und mittlere Fabriken, die das Rückgrat des Sektors bilden, verfügen häufig nicht über die technischen und finanziellen Ressourcen, um mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.

Der Übergang zu nachhaltigeren Produktionsmodellen stellt viele Fabriken vor grosse Herausforderungen. Geringe Margen, begrenzter Zugang zu modernen Technologien und steigende Anforderungen der Märkte erschweren ihre Wettbewerbsfähigkeit. Zusätzlichen Druck erzeugen der bevorstehende Ausstieg Bangladeschs aus dem Status eines am wenigsten entwickelten Landes (LDC) sowie strengere Nachhaltigkeitsanforderungen in globalen Lieferketten. Besonders betroffen sind kleinere und Zulieferbetriebe der unteren Wertschöpfungsstufen.

Gleichzeitig eröffnet das zunehmende Engagement des Privatsektors neue Möglichkeiten für eine gemeinsame Transformation des Sektors. Im Rahmen von PROGRESS kofinanziert Primark die Entwicklung eines Management Trainee Officer Programms, das jungen Fachkräften, insbesondere Frauen, strukturierte Karrierewege im Management von RMG-Fabriken eröffnet.

PROGRESS ist Teil der Initiative Climate Action for Local Level (CALL). Neun Schweizer NGOs in Bangladesch haben gemeinsam einen Rahmen mit zwölf Projekten zur Stärkung der Klimaresilienz und Katastrophenvorsorge entwickelt. PROGRESS trägt zu den übergeordneten Zielen von CALL bei, indem das Projekt grünes Wachstum, resiliente Beschäftigung und eine nachhaltige Transformation in einem der wichtigsten Wirtschaftszweige Bangladeschs fördert.

Projektinterventionen

Swisscontact stärkt mit PROGRESS den RMG-Sektor in Bangladesch durch die Förderung von Kompetenzen, die Stärkung weiblicher Führungskräfte und die Verbesserung einer grünen, ESG-orientierten Wettbewerbsfähigkeit durch lokal verankerte und nachhaltige Lösungen.

Kompetenzen und Produktivität

PROGRESS stärkt betriebsinterne Kompetenz- und Managementsysteme, um die Produktivität zu erhöhen, betriebliche Verluste und Kosten zu reduzieren sowie bessere Karriereperspektiven zu schaffen, insbesondere für Frauen. Kontinuierliche Verbesserung und Ressourceneffizienz werden dabei in den Arbeitsalltag der Fabriken integriert durch:

  • Weiterbildung von Produktionsmitarbeitenden durch die Ansätze Low Performer Improvement (LPI) und Zero-Defect Operator (ZDO) zur Verbesserung von Effizienz und Qualität.
  • Industry-Based Training (IBT) und weitere betriebsinterne Systeme zur kontinuierlichen Verbesserung von Kompetenzen und Produktivität.
  • Entwicklung von Managementkompetenzen in den Bereichen 5S, Kaizen, Kanban, Lean Management, Qualitätsverbesserung sowie digitale und KI-gestützte Anwendungen.
  • Förderung weiblicher Führungskräfte und Karrierepfade über das Management Trainee Officer Programm, um Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen und den Anteil von Frauen in Führungs- und Managementfunktionen zu erhöhen.

Umwelt- und Sozialstandards

PROGRESS unterstützt Fabriken dabei, wissenschaftsbasierte Dekarbonisierungsmassnahmen umzusetzen und sich auf Netto-Null-Emissionen vorzubereiten. Das Projekt hilft ihnen, ihre Umweltwirkungen zu verstehen, praktikable Reduktionsmassnahmen zu identifizieren und fundierte Nachhaltigkeitsinvestitionen zu tätigen. Gleichzeitig stärkt das Projekt ESG-Transparenz und betriebliche Systeme, damit Unternehmen auf die steigenden Anforderungen von Märkten, Abnehmern und Regulierungsbehörden reagieren können. Dazu gehören:

  • Erstellung von Treibhausgas-Bilanzen, CO₂-Berechnungen und wissenschaftsbasierten Dekarbonisierungspfaden, ergänzt durch Energieaudits und Netto-Null-Planung.
  • Energie- und Ressourceneffizienzlösungen, einschliesslich erneuerbarer Energien, Solarenergie, Abwasserrecycling und weiterer Massnahmen zur Emissionsreduktion.
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäss GRI-Standards sowie verbesserte ESG-Daten und Transparenz.
  • Unterstützung bei Arbeitsrecht, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Arbeitnehmerschutz und Risikomanagement zur Stärkung sozialer Standards.

Entwicklung lokaler Kapazitäten

PROGRESS stärkt die lokale Wissens- und Dienstleistungsbasis für den grünen Wandel des RMG-Sektors, indem Fabriken mit lokalen Beratungsunternehmen sowie nationalen und internationalen akademischen Institutionen vernetzt werden. Das Projekt fördert ein nachhaltiges Ökosystem aus Fachkräften, Wissen und Dienstleistungen, das auch über die Projektlaufzeit hinaus tragfähige Nachhaltigkeitslösungen entwickeln und bereitstellen kann durch:

  • die Stärkung des lokalen Beratungsmarktes, damit Dienstleistungsanbieter wirtschaftlich tragfähige und marktorientierte Nachhaltigkeitsdienstleistungen anbieten können;
  • die Zusammenarbeit mit der Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA), der Bangladesh Knitwear Manufacturers and Exporters Association (BKMEA), der Bangladesh Packaging & Accessories Manufacturers & Exporters Association (BPAMEA) sowie weiteren Akteuren, um Marktverbindungen zu fördern und die Nutzung lokaler Expertise auszuweiten;
  • die Zusammenarbeit mit Hochschulen zur Integration praxisrelevanter Kompetenzen in den Bereichen ESG, Produktion und Handel in Bildung, Forschung und berufliche Weiterbildung sowie zur Stärkung internationaler akademischer Partnerschaften.

 

Resultate und Ausblick

Seit 2022 hat PROGRESS messbare Ergebnisse für Fabriken und Arbeitskräfte in Dhaka, Gazipur, Narayanganj und Chattogram erzielt. In seiner letzten Projektphase weitet das Projekt seine Aktivitäten auf die gesamte RMG-Lieferkette aus, einschliesslich der Textil-, Zubehör-, Verpackungs- und Recyclingindustrie. Gleichzeitig verstärkt PROGRESS seinen Fokus auf Digitalisierung, grüne Finanzierung, die Förderung weiblicher Führungskräfte sowie Wissenspartnerschaften mit Hochschulen und internationalen Marken.

Ergebnisse bis 2025

  • 15'415 Arbeitskräfte wurden ausgebildet, davon 70 % Frauen.
  • 1'584 Führungskräfte und Mitarbeitende im Management wurden geschult, davon 17 % Frauen.
  • 4'008 Arbeitskräfte erhielten Lohnerhöhungen, davon 42 % Frauen.
  • 111 Initiativen in den Bereichen Kompetenzen und ESG wurden in Fabriken umgesetzt.
  • Investitionen der Fabriken in Höhe von 4,979 Millionen SEK wurden mobilisiert.
  • Zusätzliche Einkommen in Höhe von 16,45 Millionen SEK wurden generiert, davon 5,60 Millionen SEK für Frauen.

Ausblick

  • Die Einführung neuer Technologien und die Digitalisierung in Fabriken beschleunigen.
  • Die Förderung weiblicher Führungskräfte im RMG-Sektor weiter vorantreiben.
  • Die Geschäftsentwicklung lokaler Dienstleistungsanbieter stärken.
  • Aktivitäten entlang der gesamten RMG-Lieferkette ausweiten, einschliesslich Textilien, Zubehör, Verpackungen und Recycling.
  • Klimaschutzmassnahmen und Nachhaltigkeitsberichterstattung ausbauen.
  • Potenziale und Möglichkeiten im Bereich der grünen Finanzierung prüfen.
  • Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und internationalen Marken weiter vertiefen.
  • Ein integriertes Wasser- und Chemikalienmanagement fördern, um den Frischwasserverbrauch zu reduzieren sowie chemische Risiken und Belastungen durch Abwasser zu minimieren.

Aktuelles

Schweiz, Kenia, Bangladesch, Guatemala
Berufliche Erstausbildung, Umschulung und Weiterbildung, Arbeitsmarktintegration
12.06.2023
Gemeinsam mit der Privatwirtschaft die Berufsbildung fördern
Swisscontact präsentierte am 8. Juni 2023 an einer Veranstaltung in Zürich drei Berufsbildungsprojekte, die exemplarisch für die Bedeutung des Privatsektors in der Entwicklungszusammenarbeit stehen und aufzeigen, wie Unternehmen in Kenia, Bangladesch und Guatemala die Berufsbildung vorantreiben und damit Arbeitsplätze und eine bessere Zukunft für die Menschen schaffen. Die Veranstaltung stand unter dem Titel «Verschiebung der Macht - Wie der Privatsektor den Wandel in den staatlich gelenkten Bildungssystemen vorantreibt».