Der RMG-Sektor Bangladeschs, einer der grössten Bekleidungsexporteure der Welt, befindet sich an einem Wendepunkt. Internationale Abnehmer stellen höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit, ESG-Leistung (Environmental, Social and Governance) und Transparenz entlang der Lieferketten. Gleichzeitig fehlt vielen Arbeitskräften, insbesondere Frauen, der Zugang zu Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Kleine und mittlere Fabriken, die das Rückgrat des Sektors bilden, verfügen häufig nicht über die technischen und finanziellen Ressourcen, um mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.
Der Übergang zu nachhaltigeren Produktionsmodellen stellt viele Fabriken vor grosse Herausforderungen. Geringe Margen, begrenzter Zugang zu modernen Technologien und steigende Anforderungen der Märkte erschweren ihre Wettbewerbsfähigkeit. Zusätzlichen Druck erzeugen der bevorstehende Ausstieg Bangladeschs aus dem Status eines am wenigsten entwickelten Landes (LDC) sowie strengere Nachhaltigkeitsanforderungen in globalen Lieferketten. Besonders betroffen sind kleinere und Zulieferbetriebe der unteren Wertschöpfungsstufen.
Gleichzeitig eröffnet das zunehmende Engagement des Privatsektors neue Möglichkeiten für eine gemeinsame Transformation des Sektors. Im Rahmen von PROGRESS kofinanziert Primark die Entwicklung eines Management Trainee Officer Programms, das jungen Fachkräften, insbesondere Frauen, strukturierte Karrierewege im Management von RMG-Fabriken eröffnet.
PROGRESS ist Teil der Initiative Climate Action for Local Level (CALL). Neun Schweizer NGOs in Bangladesch haben gemeinsam einen Rahmen mit zwölf Projekten zur Stärkung der Klimaresilienz und Katastrophenvorsorge entwickelt. PROGRESS trägt zu den übergeordneten Zielen von CALL bei, indem das Projekt grünes Wachstum, resiliente Beschäftigung und eine nachhaltige Transformation in einem der wichtigsten Wirtschaftszweige Bangladeschs fördert.
Swisscontact stärkt mit PROGRESS den RMG-Sektor in Bangladesch durch die Förderung von Kompetenzen, die Stärkung weiblicher Führungskräfte und die Verbesserung einer grünen, ESG-orientierten Wettbewerbsfähigkeit durch lokal verankerte und nachhaltige Lösungen.
PROGRESS stärkt betriebsinterne Kompetenz- und Managementsysteme, um die Produktivität zu erhöhen, betriebliche Verluste und Kosten zu reduzieren sowie bessere Karriereperspektiven zu schaffen, insbesondere für Frauen. Kontinuierliche Verbesserung und Ressourceneffizienz werden dabei in den Arbeitsalltag der Fabriken integriert durch:
PROGRESS unterstützt Fabriken dabei, wissenschaftsbasierte Dekarbonisierungsmassnahmen umzusetzen und sich auf Netto-Null-Emissionen vorzubereiten. Das Projekt hilft ihnen, ihre Umweltwirkungen zu verstehen, praktikable Reduktionsmassnahmen zu identifizieren und fundierte Nachhaltigkeitsinvestitionen zu tätigen. Gleichzeitig stärkt das Projekt ESG-Transparenz und betriebliche Systeme, damit Unternehmen auf die steigenden Anforderungen von Märkten, Abnehmern und Regulierungsbehörden reagieren können. Dazu gehören:
PROGRESS stärkt die lokale Wissens- und Dienstleistungsbasis für den grünen Wandel des RMG-Sektors, indem Fabriken mit lokalen Beratungsunternehmen sowie nationalen und internationalen akademischen Institutionen vernetzt werden. Das Projekt fördert ein nachhaltiges Ökosystem aus Fachkräften, Wissen und Dienstleistungen, das auch über die Projektlaufzeit hinaus tragfähige Nachhaltigkeitslösungen entwickeln und bereitstellen kann durch:
Seit 2022 hat PROGRESS messbare Ergebnisse für Fabriken und Arbeitskräfte in Dhaka, Gazipur, Narayanganj und Chattogram erzielt. In seiner letzten Projektphase weitet das Projekt seine Aktivitäten auf die gesamte RMG-Lieferkette aus, einschliesslich der Textil-, Zubehör-, Verpackungs- und Recyclingindustrie. Gleichzeitig verstärkt PROGRESS seinen Fokus auf Digitalisierung, grüne Finanzierung, die Förderung weiblicher Führungskräfte sowie Wissenspartnerschaften mit Hochschulen und internationalen Marken.