Förderung von Lebenskompetenzen und Einkommensmöglichkeiten (S4L)

Turkana County, der zweitgrösste Bezirk in Kenia, hat eine geschätzte Einwohnerzahl von 926'976, wobei junge Menschen unter 19 Jahren 60% der Bevölkerung ausmachen. In diesem, dem verarmtesten Bezirk Kenias, leben 79% der Bevölkerung in Armut, wobei die Analphabetenrate auf 82% steigend ist. 

Trotz des hohen Grades an Marginalisierung beherbergt der Bezirk das Flüchtlingslager Kakuma, in dem etwa 186'000 Flüchtlinge aus 21 Nationalitäten leben. Das 1992 gegründete Lager ist gewachsen und mit ihm die Gründung der integrierten Siedlung Kalobeyei. Die integrierte Siedlung zielt darauf ab, die Eigenständigkeit der Flüchtlinge und der aufnehmenden Gemeinden zu fördern, indem sie ihnen bessere Möglichkeiten zum Lebensunterhalt und eine verbesserte Dienstleistungserbringung bietet.

Der Unterbezirk Turkana West bildet den Zuständigkeitsbereich des Projekts «Skills 4 Life» (S4L). Der Unterbezirk beherbergt das Flüchtlingslager Kakuma sowie die Gastgemeinde und befindet sich am äussersten Ende der Grenze zwischen Uganda, Äthiopien und dem Sudan. Die porösen Grenzen des Unterbezirks machen ihn anfällig für Fälle von Unsicherheit.

Der hauptsächlich von der Viehzucht abhängige Bezirk hat damit begonnen, sein Potenzial durch die Erforschung anderer einkommensschaffender Aktivitäten und Bereiche mit potenziellem Entwicklungswachstum zu erweitern. Vor diesem Hintergrund wurde das S4L-Projekt ins Leben gerufen, um diese Lücken zu schliessen.

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Kakuma
3.7067943
34.8665552
Projektdauer
2016 - 2022
Finanziert durch
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA

Das Projekt

Das «Skills 4 Life»-Projekt zielt darauf ab, die einkommensschaffenden Fähigkeiten von Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren zu stärken, indem ihr Zugang zu technischen, finanziellen, Lebens- und Lesefertigkeiten verbessert wird, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Es richtet sich sowohl an Mitglieder der Gastgemeinde als auch an Flüchtlinge, die im Flüchtlingslager Kakuma und in der integrierten Siedlung Kalobeyei im Bezirk Turkana in der nordwestlichen Region Kenias leben.

Das Projekt wird in Partnerschaft mit lokalen gemeindebasierten Organisationen durchgeführt, die sowohl in den Flüchtlings- als auch in den Aufnahmegemeinden arbeiten. Diese Organisationen erhalten kurzfristige technische und finanzielle Unterstützung, um verschiedene Aspekte des Projekts umzusetzen.

Projektziele

In der dritten Phase zielt das Projekt darauf ab, die unten aufgeführten Auswirkungen für die Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaft zu erreichen:
  • Verbesserung des Zugangs zu marktorientierten Fertigkeiten für 4600 Jugendliche;

  • Verbesserung der finanziellen und betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten durch Unterstützung der Gründung von 1300 neuen Kleinstunternehmen;
  • Erleichterung für 3000 Begünstigte, eine sinnvolle Beschäftigung oder Selbstständigkeit zu erlangen; und
  • Dokumentation eines replizierbaren und skalierbaren Kompetenzentwicklungsmodells für fragile Kontexte

Resultate

Ergebnisse bis 2019

  • 3.141 Jugendliche (1.916 Frauen) aus der Flüchtlings- und Gastgemeinde erhielten eine technische Ausbildung in verschiedenen Berufen.
  • 2.569 Jugendliche (1.621 Frauen) aus 122 Lerngruppen schlossen die Ausbildung erfolgreich ab.
  • 1.227 Begünstigte (822 Frauen) gingen dank der Ausbildung einer bezahlten (190) oder selbständigen Tätigkeit (1.037) nach.
  • 122 Mavuno-Gruppen mit 1.581 Mitgliedern (253 Flüchtlinge und 1.281 Frauen) wurden gebildet. Die Mitglieder sparten CHF 303.854 und liehen sich gegenseitig CHF 645.567 aus.
  • 126 Geschäftsgruppen wurden gebildet und erwirtschafteten durch aktive Gruppen ein zusätzliches Einkommen im Wert von CHF 65.586.
Project Journey and Key Achievements
The Promoting Life Skills and Livelihoods project commonly referred to as Skills for Life (S4L) was designed to strengthen the income-generating capabilities of youth (both refugee and from the host community) in Kakuma by enhancing their technical, financial, life and literacy skills to improve their chances of an enriched livelihood.

Aktuelles

Kenia
Arbeitsmarktintegration, Berufliche Ausbildung
11.03.2021
A-Academy: Eine digitale Lernplattform für das Flüchtlingscamp
Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 können 85% der Kenianer ab 15 Jahren in mindestens einer Sprache lesen und schreiben, im Vergleich zu nur 40% der Menschen im Bezirk Turkana, im zweitgrössten Bezirk Kenias, in dem sich das Flüchtlingslager Kakuma befindet. Der Alphabetisierungsgrad der Flüchtlinge liegt zwischen dem nationalen und dem turkanaischen Durchschnitt. Sowohl die Flüchtlinge im Kakuma-Lager als auch die Menschen in der integrierten Siedlung Kalobeyei benötigen Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen. Swisscontact erkannte diesen Bedarf und entwickelte in Zusammenarbeit mit der Avallain Foundation eine massgeschneiderte E-Learning-Plattform, um diese Alphabetisierungskluft zu schliessen.
Kenia
Arbeitsmarktintegration
04.05.2020
Kenia: Schneiderinnen im Flüchtlingslager nähen Gesichtsmasken
Noch ist im und um das Flüchtlingslager Kakuma in Kenia zum Glück noch kein Fall von Ansteckung mit COVID-19 zu vermelden. Das tägliche Leben im Lager ist aber dennoch sehr eingeschränkt. Auch das Berufsbildungsprojekt, das Swisscontact im Auftrag der DEZA in Kakuma umsetzt, bekommt die Konsequenzen des Lockdowns zu spüren. Ehemalige...