Das Nestlé-Modelldorf – integrativ und nachhaltig

Die Milchviehhaltung in Marokko steht vor einigen Herausforderungen. Die Qualität und die Menge der Milch pro Kuh ist gering, die Produktion ist abhängig von der Saison, und weil das Geschäft nicht rentiert, führen viele junge Menschen die Betriebe nicht mehr weiter. Nestlé arbeitet mit den Milchbetrieben zusammen und verfolgt die Strategie der "Gemeinsamen Wertschöpfung". In diesem Zuge führte Nestlé das Konzept des Modelldorfs ein. Es fördert ein besseres Arbeitsumfeld und verbessert gleichzeitig die Milchqualität. Um besser an die Bedürfnisse angepasste Lösungen zu finden, erfordert das Modell einen stärkeren Einbezug der Genossenschaften und ihrer Mitglieder, den Bäuerinnen und Bauern.
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Projektdauer
2019 - 2021
Finanziert durch
  • Nestlé

Das Projekt

Das Projekt unterstützt die bestehenden Strukturen des von Nestlé etablierten Modelldorfes. Es arbeitet mit Genossenschaften und Bauern zusammen, um deren Bedürfnisse besser zu erfassen und zu decken. Der erste Schritt besteht darin, die Wertschöpfungskette der Milchwirtschaft abzubilden, um die verschiedenen Akteure und ihre Rollen zu identifizieren sowie die Beziehungen zwischen ihnen zu verstehen. Aufgrund dieser Informationen wird ein nachhaltigeres und inklusiveres Geschäftsmodell entwickelt.


Betriebe werden dadurch ihre Produktion verbessern und gleichzeitig ihre Kosten minimieren können. In Feldschulen, die das Projekt koordiniert, lernen sie mehr über die besten Praktiken bei sanitären Massnahmen, Fütterungspraktiken und Tierhaltung. Darüber hinaus stellt das Projekt die Integration von Jugendlichen und Frauen in das Modelldorf sicher, indem es ihnen eine Ausbildung anbietet, dank derer sie ihre unternehmerischen Ideen in die Tat umsetzen können.

Swisscontact setzt sich zusammen mit lokalen Partnern dafür ein, dass Viehzüchter, Jugendliche und Frauen eine qualitativ hochstehende Ausbildung erhalten. 

Projektziele

  1. Stärkung der Viehzuchtkapazitäten auf der Ebene der Züchter
    Die Landwirte nehmen an Feldschulen teil, um neue Tierhaltungspraktiken zu erlernen, die das Gleichgewicht von Aufwand und Ertrag verbessern. So können sie die Milchproduktion steigern und das Risiko von Tierkrankheiten verringern. Swisscontact arbeitet mit lokalen Partnern zusammen, die das nötige Know-how für die Durchführung dieser Schulungen bereitstellen.
  2. Verbesserung der Führung, des Managements und der Kommunikation auf der Ebene der Kooperationen
    Zusammen mit den Genossenschaften entwickelt Swisscontact ein Programm zur Verbesserung der administrativen und finanziellen Verwaltung ihrer Strukturen und zur Erhöhung ihrer finanziellen Mittel. Dadurch können die Genossenschaften besser auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder eingehen und sie nach aussen besser vertreten.
  3. Entwicklung der agro-unternehmerischen Fähigkeiten von jungen Menschen und Frauen 
    Mit einer Reihe von Workshops unterstützt Swisscontact Jugendliche und Frauen bei der Entwicklung unternehmerischer Projekte.

Resultate

  • Die Einführung eines neuen Geschäftsmodells integriert alle Akteure der Milch-Wertschöpfungskette. Bauern, Genossenschaften und Nestlé ziehen eine positive Bilanz bezüglich Modelldorf.
  • Langfristig sollten die Landwirte in der Lage sein, ihre Kosten-Nutzen-Bilanz zu verbessern. Ihre Ausgabe sollen sich verringern und die Milchproduktion gleichzeitig steigen.
  • Die Genossenschaften stabilisieren ihre Struktur, damit sie ihre Mitglieder besser unterstützen und ihnen durch zusätzliche finanzielle Möglichkeiten bessere Dienstleistungen anbieten können.
  • Weniger junge Menschen geben die Milchwirtschaft zugunsten anderer Tätigkeiten auf, weil sie die Möglichkeit erhalten, parallel dazu ein eigenes landwirtschaftliches Unternehmen zu gründen. Frauen entwickeln ihre Fähigkeiten und werden dadurch unabhängiger.