Bolivien: Märkte für Recycling: Abfallwirtschaft im Verkehrssektor

Bevölkerungswachstum in Verbindung mit zunehmendem Konsumverhalten sind Faktoren, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Zum Beispiel werden immer mehr feste Abfälle produziert, die nicht wiederverwertbar sind, und Gewässer, Boden und Luft werden zunehmend verschmutzt. Eine lineare Wirtschaft, die auf Ausbeutung, Herstellung und Entsorgung basiert, verschwendet natürliche Ressourcen und verursacht grosse wirtschaftliche Verluste.

Basierend auf den Erfahrungen des Projekts Ecovecindarios (Öko-Nachbarschaften) wurde 2019 das Projekt «Markets 4 Recycling» im Rahmen eines Kreislaufwirtschaftsansatzes gestartet, mit dem Ziel, das Ökosystem der grünen Unternehmen in Bolivien in den Gemeinden La Paz, El Alto, Cochabamba und Santa Cruz zu stärken. Das Projekt wendet den Swisscontact-Ansatz zur Entwicklung von Marktsystemen an und basiert auf der Arbeit in Abfallwertschöpfungsketten.

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Departamento de La Paz, Bolivia
-15.0892416
-68.52471489999999
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Departamento de Cochabamba, Bolivia 
-17.5681675
-65.475736
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Departamento de Santa Cruz, Bolivia 
-16.7476037
-62.0750998
Projektdauer
2019 - 2024

Das Projekt

«Markets 4 Recycling» unterstützt das Recycling und die Bewirtschaftung fester Abfälle in Bolivien und konzentriert sich dabei auf das vorhandene Potenzial einer systemischen und praktikablen Abfallbewirtschaftung, wodurch Vorteile im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bereich sowie entlang der gesamten Abfallwertschöpfungskette geschaffen werden. Das Projekt zielt darauf ab, das Ökosystem der grünen Wirtschaft zu stärken. Zudem soll bei Abfallerzeugern, -produzenten und -importeuren ein Bewusstsein für den Umgang mit speziellen und gefährlichen Abfällen und für ihre Verantwortung im Abfallmanagement nach dem Verbrauch geschaffen werden. Das Projekt versucht auch, die kommerzielle Entwicklung grüner Unternehmen zu unterstützen und Modelle umzusetzen, die deren Wachstum und Nachhaltigkeit ermöglichen.

Dadurch werden Geschäftsmöglichkeiten geschaffen, um Ressourcen effizient zu nutzen und Abfall zu einer neuen Einkommensquelle werden zu lassen. Grüne Unternehmen werden ihr Einkommen steigern und Arbeitsplätze schaffen, die Umweltbelastung verringern und zur Eindämmung des Klimawandels beitragen.

Das Projekt betrachtet Unternehmen als grün, wenn sie Umweltprodukte oder -dienstleistungen in den Bereichen Recycling, Wasser, Energie, städtische Mobilität oder anderen Umweltbereichen anbieten. In der ersten Phase wird Swisscontact mit umweltfreundlichen Unternehmen im Bereich Festabfall aus dem Transportwesen zusammenarbeiten, insbesondere bei Metallschrott, Reifen und ausrangierten Batterien.

Interventionsmodell (GU = grüne Unternehmen):

Zielsetzungen 

  • Sensibilisierung und Sammlung: Bei allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette ein Bewusstsein schaffen für die Probleme einer unangemessenen Handhabung der drei Abfallarten. Die allgemeine Bevölkerung, Unternehmen sowie öffentliche und private Institutionen nehmen ihre Verantwortung als Abfallerzeugende wahr und beteiligen sich an den Sammelsystemen, die für die verschiedenen Abfallarten eingerichtet werden.
  • Entwicklung grüner Unternehmen: Die Stärkung der Ökosysteme grüner Unternehmen unterstützen, um zirkuläre Lieferketten zu schaffen. Zusammen mit lokalen Akteuren werden Dienstleistungen für Ausbildung, Förderung, Technologie, Finanzen, Forschung und Innovation bereitgestellt, damit grüne Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig und nachhaltig sein können.
  • Öffentliche Politik: Strategien umsetzen, die auf dem Konzept der Kreislaufwirtschaft basieren, grüne Unternehmen unterstützen und sichtbar machen; ausserdem Anwendung der erweiterten Produzentenverantwortung (EPR) auf verschiedene Abfallarten.

Wirkungsindikatoren

  • Erhöhung der Gewinnspannen der grünen Unternehmen.
  • Anzahl der Arbeitsplätze, die die Qualität der Arbeit in grünen Unternehmen verbessern.
  • Anzahl der neuen Arbeitsplätze, die in grünen Unternehmen geschaffen werden.
  • Verringerte CO2-Menge

Resultate

In den Jahren 2019 und 2020 hat das Projekt die folgenden Ergebnisse umgesetzt und erreicht:

  • Ausgearbeitet wurde 1 Verordnung zur Erweiterten Herstellerverantwortung und 1 Verordnung zur Betriebsführung für die drei Abfallarten
  • 38 Unternehmen und Institutionen trennen und liefern ihren Abfall an umweltfreundliche Betriebe (Green Businesses) oder Sammelstellen.
  • 223 Fahrzeugnutzende trennen und liefern ihre Abfälle bei umweltorientierten Betrieben oder Sammelstellen ab.
  • 7 umweltfreundliche Betriebe sammeln und recyceln Abfälle aus dem Transportsektor.
  • 6 Anbieter von Geschäftsentwicklung, Universitäten und Plattformen bieten Schulungen, technische Unterstützung und Beratungsdienste für grüne Unternehmen an
  • 220 Tonnen Abfall aus dem Transportsektor (Reifen, Batterien und Altmetall) wurden recycelt und 350 Tonnen CO₂ reduziert.

Finanzierungspartner

Das Projekt ist finanziert von Republique Canton de Genève und weiteren Gebern. Dieses Projekt ist Teil des Entwicklungsprogramms von Swisscontact, welches von der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA) kofinanziert wird.  

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