Zugang zu sauberem Wasser dank lokalem Unternehmertum («Shujola»)

Der Textilsektor ist nach wie vor einer der am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige Bangladeschs. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer strömen vom Land in die Stadt. Die Nachfrage nach Wohnraum in der Nähe der Fabriken haben zu einer raschen Ausbreitung unregulierter Wohnsiedlungen geführt. Dort fehlt es häufig an den grundlegendsten öffentlichen Dienstleistungen wie Wasser, sanitären Einrichtungen und einer Kanalisation. Eine Studie von Oxfam zeigt, dass mehr als drei Viertel der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie in Bangladesch in ihren Wohnungen ohne fliessendes Wasser auskommen müssen. Inoffizielle und informelle Anbieter füllen diese Lücke. Sie berechnen hohe Kosten für Dienstleistungen von geringer Qualität. Der unzureichende Zugang zu sicherem Trinkwasser ist die Hauptursache für den schlechten Gesundheitszustand der Bewohnerinnen und Bewohner von unregulierten Siedlungen.
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dhaka
23.810332
90.4125181
Projektdauer
2019 - 2021
Finanziert durch
  • Japan Tobacco International

Das Projekt

Die Arbeiterinnen und Arbeiter des Textilsektors leben in – oft unregulierten – Wohnsiedlungen. Das Projekt «Shujola» verbessert ihren Zugang zu sauberem und erschwinglichem Trink- und Badewasser . «Shujola» ist Bengali und bedeutet «saubere Wasserquelle».

Das Projekt «Shujola» bietet Arbeiterinnen und Arbeitern in der Textilindustrie und ihren Gemeinden Zugang zu sauberem Wasser zu niedrigen Kosten. Das Wasser können sie an privat geführten «Wasser-Kiosken» beziehen. Ein Wasser-Kiosk kann eine Wasserausgabestelle sein, ein Wasser-Automat, eine Abfüllanlage oder eine Kombination aus mehreren dieser Einrichtungen.


Die zuständigen Behörden autorisieren und beauftragen private Firmen, das Wasserversorgungsnetz auf neue Gebiete auszuweiten. Die «Dhaka Water Supply & Sewerage Authority» hat dieses Konzept bereits mit Drinkwell, einem Wassertechnologie-Unternehmen, erprobt. In ganz Dhaka City finden sich bereits zahlreiche Automaten, an denen man sauberes Trinkwasser beziehen kann. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr ermutigend. Tausende Haushalte und KMU beziehen bereits das Wasser aus diesen Automaten. Das Projekt «Shujola» liefert durch folgende Aktivitäten einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Konzepts:

  • Das Projekt unterstützt alle Marktteilnehmer dabei, detaillierte Businesspläne zu erstellen und zu prüfen, ob das Geschäftsmodell kommerziell tragfähig ist.
  • Es identifiziert, wählt und schult lokale Unternehmerinnen und Unternehmer für den Betrieb und die Wartung von Wasser-Kiosken in den Wohnsiedlungen.
  • Es sensibilisiert die Arbeitnehmenden der Textilindustrie durch Kampagnen für das Thema und erzeugt damit Nachfrage für die Wasser-Kioske.
  • Es vernetzt Banken mit den lokalen Unternehmerinnen und Unternehmern, die in Wasser-Kioske investieren wollen, und unterstützt bei der Entwicklung geeigneter Kreditprodukte.
  • Es schafft die Basis dafür, das Geschäftsmodell zu skalieren. Dabei stützt sich das Projekt auf die Erfahrungen und das Wissens, das die Marktteilnehmer während der 15-monatigen Pilotphase sammeln.

Das Projekt verfolgt folgende Ziele: 

  • Lokale Unternehmen werden ausgewählt, geschult und sind danach bereit, Wasser-Kioske an ausgewählten Standorten im Franchise-Modell zu betreiben.
  • Die Grundstücksbesitzer und die öffentliche Hand stellen den notwendigen Raum und die Wasseranschlüsse für die Wasser-Kioske zur Verfügung.
  • Haushalte mit niedrigem Einkommen im Umfeld der Textil-Fabriken wissen, dass sie bei den Wasser-Kiosken sauberes Trinkwasser beziehen können.

Projektpartner

  • Drinkwell
  • FloWater Solutions

Resultate

Bis Dezember 2020:

  • 3 lokale Unternehmer errichten und betreiben Wasserkioske.
  • Erste Ergebnisse zeigen, dass rund 2000 Personen aus der Textilindustrie bereits von bezahlbarem, sicherem Wasser aus diesen Kiosken profitiert haben.
  • 4700 Personen kennen das sichere Trinkwasser aus den Wasserkiosken.