Rückkehr zu neuen Möglichkeiten: Coaching für Beschäftigung und Reintegration 

Das Projekt «Coaching for Employment and Reintegration» (C4ER) setzt seine Arbeit zur Veränderung der Lebensbedingungen von zurückgekehrten Migranten und marginalisierten Jugendlichen in Albanien fort. In der zweiten Phase (2020-2021) wird sich das Projekt ausschliesslich auf Partnerschaften mit Unternehmen des privaten Sektors konzentrieren, um den «Coaching in Business»-Ansatz zu implementieren und eine systemische Lösung für die Anerkennung früherer Lernerfahrungen anzubieten.  
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elbasan, albania
41.11023
20.0866554
Projektdauer
2019 - 2021
Finanziert durch
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Das Projekt

Die Migration ist Herausforderung und Chance zugleich für Albanien. Viele junge Menschen drängen dazu, das Land zu verlassen, weil eine integrative Wirtschaft und eine entsprechende Politik fehlen. Sie gehen vor allem in EU-Länder und hoffen dort auf bessere Chancen. Deutschland ist dabei eines der attraktivsten Länder für junge Albanerinnen und Albaner, auch wenn viele Anträge auf Asyl scheitern. In den letzten Jahren sind Schätzungen zufolge 100'000 Migrantinnen und Migranten nach Albanien zurückgekehrt. Der Bedarf an Wiedereingliederungsleistungen ist hoch für alle, die aus der Migration zurückkehren und ihr Leben in Albanien von Neuem aufbauen.

Coaching for Employment (C4E) ist ein innovatives Konzept zur Arbeitsmarktintegration und sozioökonomischen Entwicklung junger Menschen. Es wir seit 2010 in Albanien erfolgreich umgesetzt. Er vereint praktische Interventionen auf der Ebene lokaler Partner, lokale Ressourcen und Innovation.

Das Projekt verbessert die Voraussetzungen für die Wiedereingliederung von zurückkehrenden Migrantinnen und Migranten. Dabei befasst es sich auch mit Fragen der sozialen Integration und der Gleichstellung der Geschlechter.

  • Soziale Integration: Benachteiligte Gruppen benötigen spezifische, mehrdimensionale Massnahmen, die auf ihre Eigenschaften und Bedürfnisse in Bezug auf Bildung, Qualifikation und Beschäftigung zugeschnitten sind. Auch zurückgekehrte Migrantinnen und Migranten werden oft im Stich gelassen und haben Unterstützung nötig.
  • Gleichstellung der Geschlechter: Frauen haben eine viel geringere Erwerbsbeteiligung und höhere Nichterwerbsquoten als Männer. Ihre Teilhabe an der Arbeitswelt beschränkt sich aus kulturellen Gründen stark auf das untere Ende der Qualifikationsleiter und ist auf wenige, typische weibliche Berufsprofile beschränkt. Die Gesellschaft ist in Albanien immer noch sehr stark geprägt von traditionell getrennten Aufgaben von Männern und Frauen. Swisscontact fördert die gleichberechtigte Teilnahme von jungen Frauen und Männern an den Coaching-Prozessen im Rahmen des Projekts.

Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und der Privatwirtschaft: Als wirtschaftsorientierte Organisation trägt Swisscontact mit einem innovativen und ergebnisorientierten Ansatz dazu bei, Brücken zu bauen und die Verbindungen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren zu stärken.

Das Projekt führt den Ansatz des «Coaching for Employment» in privaten Unternehmen ein, um zurückgekehrte Migrantinnen und Migranten sowie marginalisierte Jugendliche wirtschaftlich (wieder)einzugliedern. Auch arbeitet es zusammen mit Berufsbildungszentren an der Anerkennung von früherem Lernen.

Das Projekt arbeitet mit grossen Unternehmen zusammen und trägt dazu bei, die Nachfrage nach Fachkräften in den wichtigsten Wirtschaftssektoren wie Tourismus, Bauwesen und Produktionsindustrie zu erfüllen.

Projektziele

Durch einen speziell entwickelten Coaching-Zyklus unterstützen und trainieren die Partnerunternehmen die Projektteilnehmenden, um die notwendigen fachlichen und sozialen Kompetenzen zu erwerben, um nachhaltige Arbeitsplätze im Unternehmen zu sichern. Ein Zyklus dauert zwischen ein bis drei Monaten (je nach Branche).

Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, die Anerkennung von Fähigkeiten, die während der Auslandserfahrung der Migranten erworben wurden, in einer systemischen Weise anzugehen. Das Ziel ist, dass die Projektteilnehmenden eine anerkannte Zertifizierung durch eine autorisierte Stelle erhalten, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten bestätigt. 

Projektpartner

  • Nationale Agentur für Arbeitsvermittlung (NAES)
  • Berufliche Ausbildungszentren
  • Privatsektor

Resultate

Ergebnisse Phase 1 (2019-2020):

  • 697 Projektteilnehmende haben eine Arbeitsstelle oder sind selbstständig erwerbend

Erwartete Ergebnisse Phase 2:

  • Befähigung vier neuer Coaches und 16 Mentorinnen und Mentoren im Privatsektor, damit diese selber Coachings durchführen können.
  • Für 597 Rückkehrerinnen und Rückkehrer und marginalisierte Jugendliche (18-35 Jahre, 50% weiblich), die an den Coaching-Zyklen teilnehmen, werden bessere Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen.
  • Modelle zur Anerkennung früheren Lernens werden getestet und erprobt.