Nachhaltigen Wandel lokal vorantreiben 

Swisscontact misst den ökologischen und sozialen Fussabdruck und hat sich zum Ziel gesetzt, ihn bis 2028 anhand klar definierter Vorgaben zu reduzieren. Gleichzeitig unterstützen wir Partnerorganisationen weltweit dabei, ihren eigenen Fussabdruck zu verringern und ESG-Standards (Environment, Social, Governance) einzuhalten, beispielsweise in Bangladesch. 

Da Textilfabriken in Bangladesch zunehmend mit strengeren ESG-Vorgaben ihrer internationalen Abnehmer konfrontiert waren, hat Swisscontact ein grünes Beratungsökosystem aufgebaut. So beispielsweise im Rahmen des Projekts «Promoting Green Growth in the Ready-Made Garments Sector through Skills» (PROGRESS), das lokale ESG-Beratungskompetenzen etablierte. Dadurch konnten internationale Beraterinnen und Berater ersetzt und zugleich lokale grüne Arbeitsplätze geschaffen werden. 

Um Mentoring zu fördern und praxisnahes Lernen zu ermöglichen, brachte PROGRESS lokale Berater mit internationalen Firmen zusammen. Zudem wurden Arbeitsgruppen mit Fachleuten von Verbänden, Marken und Fabriken ins Leben gerufen und konkrete Dienstleistungen entwickelt – von der CO₂-Bilanzierung bis hin zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Das Ergebnis: 63 Prozent der Zielbetriebe haben Standards umgesetzt, lokale Berater haben tragfähige Geschäftsmodelle aufgebaut, und 53 ESG-Initiativen wurden eingeführt. Dadurch konnten etwa 1473 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden werden. 

Ausgewählte Ergebnisse

Umwelt

Reduktion der Treibhausgasemissionen:

  • Scope 1 und 2 um 31% gegenüber dem Ausgangswert
  • Scope 3 um 18% gegenüber dem Ausgangswert
  • 1.2 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen durch Projektaktivtäten vermieden

Swisscontact hat sich zum Ziel gesetzt, den eigenen CO₂-Fussabdruck zu verringern und durch Projekte zur Reduzierung und Vermeidung von CO₂-Emissionen beizutragen. In erster Linie wurden Emissionen durch das Verhindern von Waldbränden, das Reduzieren des Einsatzes von Agrochemikalien und die Optimierung der Abfallwirtschaft vermieden. 

Bei der Erreichung dieser Ziele bis 2025 wurden bedeutende Fortschritte erzielt, insbesondere durch die Initiative «Sustainable Mayan Landscapes» in Guatemala. Im Rahmen dieses Projekts wurden 675 047 Tonnen CO₂-Emissionen aus Entwaldung und Degradation vermieden sowie 40 Tonnen Reifen recycelt. Ausserdem hat es Gemeinden und lokalen Akteuren dabei geholfen, 625 270 Hektar Wald im Maya-Biosphärenreservat zu erhalten.

Durch die Stärkung der kommunalen Waldbewirtschaftung und der lokalen Regierungsführung ermöglicht die Initiative den Menschen, sich um ihr Land zu kümmern und gleichzeitig stabile und würdevolle Lebensgrundlagen zu schaffen. Nun arbeiten 22 Brandschutzgruppen, lokale Organisationen und Schutzgebietsverwalter enger zusammen, um diese einzigartige Landschaft zu schützen. Neben dem Naturschutz fördert das Projekt nachhaltige Landwirtschaft, Agroforstwirtschaft und naturbasierte Unternehmen in Sektoren wie Tourismus, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft. Dies trägt zur Wiederherstellung degradierter Gebiete und zur Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten bei. 

Bioakustik-Kurs im Rahmen des Waldmanagements im Parque Municipal Cuevas, Petén, Guatemala.

Gleichstellung der Geschlechter und soziale Integration

  • 72% der Projekte beinhalten Massnahmen, die sich positiv oder transformativ auf die Geschlechtergleischstellung auswirken

In vielen Regionen weltweit melden sich Mädchen und Frauen seltener für berufliche Aus- und Weiterbildungsmassnahmen an. Selbst wenn sie teilnehmen, haben sie aufgrund sozialer Normen oft keinen Zugang zu einem breiten Spektrum an Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten. Dadurch bleiben sie meist in Berufen, die weniger wertgeschätzt und schlechter bezahlt sind und nur begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Besonders in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und zukunftsorientierten Bereichen sind sie unterrepräsentiert und haben weniger Zugang zu Weiterbildungen und Arbeitsvermittlungsdiensten. 

Swisscontact begegnet diesen Herausforderungen in zahlreichen Projekten. So unterstützte beispielsweise das GWANI-Projekt im Niger die Gründung eines Netzwerks von Frauen mit aussergewöhnlichen beruflichen Werdegängen in traditionell männlich geprägten Sektoren wie Sicherheit, Mechanik, Architektur, Luftfahrt, Sport oder IT. Das Netzwerk lancierte verschiedene Initiativen, um junge Mädchen zu inspirieren, darunter eindrückliche Videoporträts, eine Serie inspirierender Geschichten und ein Podcast. 

Das Netzwerk hat sich zu einer Bewegung für sozialen Wandel entwickelt, die von Frauen getragen wird, die tief in der Realität Nigers verwurzelt sind. Zu ihnen gehören viele anerkannte Pionierinnen, darunter Aminatou Seyni, eine der schnellsten Läuferinnen des Kontinents, Oberst Marie Djika, eine militärische Kommandantin, und Indira Bachar, Meteorologin am Flughafen Niamey. 

Drei bemerkenswerte Karrieren im Dienst ihres Landes. Leutnantin Amina Souley, Pilotin der Luftwaffe; Maimouna Gazibo, Richterin, und Kommandantin; Ouma Laouali, Pilotin der Luftwaffe (von links nach rechts).

GOVERNANCE

Objective

  • 182 Partner bei der Stärkung ihrer Governance unterstützt

Swisscontact arbeitet mit lokalen Partnern auf Augenhöhe und baut auf deren eigene Initiativen auf. Gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen des Privatsektors und lokalen NGOs entwickeln wir Innovationen, um praktikable Lösungen zu erarbeiten. Die Zusammenarbeit basiert auf gemeinsamer Verantwortung: Wir investieren zusammen mit unseren Partnern, teilen Risiken und übernehmen Aufgaben in der Vermittlung sowie in der strategischen Entscheidungsfindung. Ergänzend dazu unterstützt Swisscontact lokale Akteure im Rahmen dienstleistungsbasierter Partnerschaften mit technischer Expertise und weiterer nichtfinanzieller Unterstützung. 

Im Rahmen des Sustainable Landscape Program Indonesia (LASR) unterstützt Swisscontact den Aufbau und die Stärkung von Multi-Stakeholder-Plattformen sowie von Mechanismen zur Bearbeitung von Beschwerden und zur Reaktion auf Entwaldung. Diese Strukturen werden von lokalen Institutionen getragen und geleitet. 

Die lokal geführte Zusammenarbeit, die auf gemeinsamen Investitionen und geteilter Verantwortung basiert, hat zu konkreten Veränderungen in der Governance geführt: Dörfer beginnen, ihre Landnutzungsregeln zu formalisieren; Bezirksregierungen stellen eigene Mittel bereit, um partizipative Landnutzungsplanung weiterzuführen; und Unternehmen identifizieren und schützen innerhalb ihrer Konzessionen Gebiete mit hohem Naturschutzwert. 

Nachhaltigkeitsbericht 2025