PropelA Kenia – Duale Ausbildung für bessere Jobchancen junger Menschen

PropelA Kenya unterstützt junge Menschen dabei, den Übergang von begrenzten Ausbildungsmöglichkeiten und unsicheren Berufsperspektiven in qualifizierte Beschäftigung zu schaffen. Dies geschieht durch ein arbeitgebergetriebenes duales Ausbildungsmodell, bei dem Unternehmen den Lehrplan mitentwickeln, die Auszubildenden im Betrieb begleiten und die von ihnen mitausgebildeten Absolventinnen und Absolventen rekrutieren. Als Leuchtturmprojekt von Swisscontact im Bereich Privatsektorentwicklung passt PropelA den schweizerischen dualen Ausbildungsansatz an den kenianischen Kontext an, gemeinsam mit führenden Unternehmen wie Hilti, Geberit und Schindler.
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Nairobi County, Kenya
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Mombasa, Kenya
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Kilifi
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Projektdauer
2022 - 2029

Jedes Jahr treten zahlreiche junge Menschen in Kenia in den Arbeitsmarkt ein, ohne über die praktischen Fähigkeiten, die Berufserfahrung oder die Branchenkontakte zu verfügen, die für eine angemessene Beschäftigung erforderlich sind. Gleichzeitig fällt es Unternehmen in schnell wachsenden technischen Sektoren schwer, qualifizierte Fachkräfte zu finden, die unmittelbar einsatzbereit sind. Diese Lücke stellt nicht nur für junge Menschen eine Herausforderung dar. Sie hemmt auch das Wachstum von Unternehmen und verringert die Fähigkeit von Ausbildungssystemen, auf die tatsächliche Nachfrage des Arbeitsmarktes zu reagieren.

Das Projekt

PropelA Kenya ist das Leuchtturmprojekt von Swisscontact für die Einbindung des Privatsektors in die Berufsbildung. Es zeigt, wie Unternehmen von gelegentlichen Unterstützern von Ausbildungsinitiativen zu Mitgestaltern, Mitinvestoren und langfristigen Nutzern eines bedarfsorientierten Systems der Fachkräfteentwicklung werden können.

In Phase II (2026–2029) wird dieses Modell weiter vertieft und ausgebaut. Die Auszubildenden verbringen den Grossteil ihrer Ausbildung im Betrieb und den restlichen Teil in Schule und Werkstätten, sodass das Lernen eng an den tatsächlichen Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtet ist. Unternehmen definieren Kompetenzanforderungen mit, stellen Ausbildungsplätze bereit, schulen betriebliche Ausbildende und nutzen das Programm zunehmend als Rekrutierungskanal. Berufsbildungsinstitutionen stärken Umsetzung, Qualitätssicherung und finanzielle Nachhaltigkeit. Branchenverbände und öffentliche Institutionen übernehmen eine wachsende Rolle bei Koordination, Curriculumsabstimmung und systemischer Verankerung.

Das Projekt konzentriert sich auf prioritäre technische Berufe mit hoher Arbeitsmarktnachfrage, darunter Sanitär, Elektro, Schweissen, Aufzüge und Rolltreppen, Instandhaltung sowie ausgewählte Berufe im Gastgewerbe, die derzeit auf Niveau 5 zertifiziert sind. In der neuen Phase werden zudem erste Ausbildungswege auf Niveau 6 geschaffen.

Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit Privatunternehmen, dem Don Bosco Boys Technical Training Institute, der Kenya Association of Manufacturers, der National Industrial Training Authority (NITA) sowie weiteren relevanten öffentlichen Institutionen. Hauptzielgruppen sind junge Kenianerinnen und Kenianer – insbesondere jene, die bessere Zugänge zu existenzsichernder Beschäftigung benötigen – sowie Unternehmen, die einen verlässlichen Zugang zu qualifizierten Fachkräften suchen.

Ein privatwirtschaftlich getragener Ansatz für skalierbare und messbare Wirkung

Was PropelA auszeichnet, ist seine klare privatwirtschaftliche Logik. Das Projekt versteht Unternehmen nicht als Geldgeber oder beratende Partner am Rand. Stattdessen stellt es sie in den Mittelpunkt des Ausbildungsmodells – denn sie kennen die benötigten Kompetenzen, stellen den Lernort im Betrieb bereit und schaffen letztlich die Arbeitsplätze.

Damit ist PropelA mehr als ein Ausbildungsprojekt. Es ist eine Plattform für Partnerschaften, die betriebliche Anforderungen mit der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen und systemischem Wandel in Einklang bringt. Für Finanzierungspartner bietet PropelA einen praxisnahen Ansatz, um messbare Wirkung zu erzielen und gleichzeitig zum Aufbau eines stärkeren, inklusiveren und nachhaltigeren Berufsbildungssystems in Kenia beizutragen. Zugleich dient das Projekt als wichtiger Referenzpunkt für regionales Lernen und für die Ausweitung des Modells auf andere Länder, darunter Tansania.

Projektpartner

  • Hilti Foundation
  • Geberit International AG
  • Schindler Ltd
  • Führende kenianische Unternehmen in den Bereichen Sanitär, Elektroinstallation, Schweissen, Aufzüge und Rolltreppen, integrierte Wartungsdienstleistungen sowie Hotellerie.
  • Staatliche Institutionen in Kenia: National Industrial Training Authority (NITA)
  • Branchenverband: Kenya Association of Manufacturers (KAM)
  • Keniaisches Berufsbildungszentrum: Don Bosco Boys Technical Training Institute – Karen

 

Resultate 2022 - 2025

In Phase I hat PropelA

  • ein akkreditiertes duales Ausbildungsmodell in den Bereichen Elektroinstallation und Sanitär etabliert,
  • 430 Auszubildende erreicht,
  • 69 private Unternehmen eingebunden
  • und 146 jungen Menschen ermöglicht, einen national anerkannten Abschluss zu erwerben.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Modell funktioniert: Es hat Beschäftigung und Einkommen verbessert, die Abbruchquoten deutlich reduziert und belegt, dass arbeitgebergeführte Ausbildung in Kenia im grösseren Massstab mit starker Beteiligung des Privatsektors umgesetzt werden kann.

Erwartete Resultate 2026 - 2029

  • Verbesserte Einkommens- und Lebensperspektiven für junge Kenianerinnen und Kenianer: Über 1 000 junge Menschen erhalten Zugang zu arbeitsmarktrelevanter Ausbildungsbildung. Sechs Monate nach Abschluss stehen 70 % der Absolventinnen und Absolventen in Beschäftigung, und ein wachsender Anteil nimmt eine selbstständige Tätigkeit auf.
  • Stärkeres, arbeitgebergeführtes Ausbildungssystem: Bis zu 50 neue Unternehmen beteiligen sich an PropelA und nutzen das Programm zunehmend als Rekrutierungs- und Ausbildungskanal.
  • Ausweitung in prioritären Berufsfeldern: Die arbeitgebergeführte Ausbildung wird in zentralen technischen Berufen mit hoher Nachfrage auf Qualifikationsniveau 5 gestärkt und ausgebaut, darunter Elektro, Sanitär, Schweissen, Aufzüge sowie Wartung. Gleichzeitig schafft das Projekt erste Ausbildungswege auf Niveau 6.
  • Verbesserte Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Ausbildungsinstitutionen: Ausbildungsanbieter erhöhen die Auslastung ihrer Kapazitäten, stärken Qualitätsprozesse und übernehmen zunehmend zentrale Programmaufgaben.
  • Stärkere Rolle von Branchenverbänden und Staat: Branchenverbände und öffentliche Akteure übernehmen vermehrt Aufgaben in der Koordination, in der Ausbildung von betrieblichen Ausbildenden, bei der Curriculumsabstimmung sowie in Erstattungsmechanismen.
  • Ein nachhaltigeres lokales Kompetenzsystem: Ein wachsender Anteil der Rollen und Funktionen von Swisscontact wird an lokale Partner übertragen, wodurch die langfristige Systemverantwortung gestärkt wird.

Finanzierungspartner

Das Projekt ist finanziert von der Hilti Foundation und Geberit International AG. Es ist Teil von Swisscontacts Entwicklungsprogramm, welches von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA kofinanziert wird.

Aktuelles

Schweiz, Kenia, Bangladesch, Guatemala
Berufliche Erstausbildung, Umschulung und Weiterbildung, Arbeitsmarktintegration
12.06.2023
Gemeinsam mit der Privatwirtschaft die Berufsbildung fördern
Swisscontact präsentierte am 8. Juni 2023 an einer Veranstaltung in Zürich drei Berufsbildungsprojekte, die exemplarisch für die Bedeutung des Privatsektors in der Entwicklungszusammenarbeit stehen und aufzeigen, wie Unternehmen in Kenia, Bangladesch und Guatemala die Berufsbildung vorantreiben und damit Arbeitsplätze und eine bessere Zukunft für die Menschen schaffen. Die Veranstaltung stand unter dem Titel «Verschiebung der Macht - Wie der Privatsektor den Wandel in den staatlich gelenkten Bildungssystemen vorantreibt».
Kenia
Berufliche Erstausbildung
17.05.2023
Ein duales Ausbildungsmodell für Kenia
Gemeinsam mit der Hilti Foundation und in enger Zusammenarbeit mit führenden lokalen Unternehmen und Berufsschulen schafft Swisscontact in Kenia ein neues Ausbildungsangebot. Das Projekt, das im April 2022 an den Start ging, ist ein Vorzeigeprogramm für ein arbeitgebergesteuertes duales Ausbildungsmodell, sowohl für die Baubranche in Kenia als auch für andere Sektoren und weitere Schwellenländer.
Kenia
Berufliche Erstausbildung
20.09.2022
Kenia: Berufslehre am Start
Der Bausektor ist einer der wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumszweige Kenias. Die kenianischen Bauunternehmen können dieses Potenzial jedoch bisher nicht ausschöpfen, da es an ausgebildeten Fachleuten fehlt, speziell in den Bereichen Sanitär- und Elektrotechnik. Einer der Gründe dafür ist das mangelhafte duale Berufsbildungssystem, dessen Ausbildungsangebote nicht mit den Bedürfnissen der Industrie übereinstimmen. Als Antwort auf diese Herausforderungen hat Swisscontact gemeinsam mit der Hilti Foundation ein Ausbildungsprogramm entwickelt.