Der Umbrella Ansatz

Was bedeutet dieser Ansatz?

Der Umbrella-Ansatz wird für Swisscontact in Ghana der wichtigste Ansatz sein. Der Schwerpunkt liegt dabei auf langfristigen strategischen Partnerschaften, um globale Entwicklungsherausforderungen anzugehen. Im Mittelpunkt unserer Mission steht die feste Überzeugung, dass private Initiativen ein wichtiger Motor für Innovation, Wandel und wirtschaftliche Entwicklung sind und die Menschen gemeinsames Handeln unterstützen können und wollen. Deshalb geht es beim Umbrella-Ansatz für Ghana darum, mehrere Allianzen zu verschiedenen Themen als Säulen zu bilden, um auf bestimmte Entwicklungsherausforderungen zu reagieren.

Swisscontact wird dabei ihre bewährten Arbeitsprinzipien anwenden, die sie in ihrem gesamten globalen Portfolio nutzt. Dazu gehören unter anderem systemisches Denken und die Einbindung des Privatsektors.

Swisscontact wird als neutraler Vermittler für die Partnerschaften innerhalb der Allianzen fungieren und dabei sein technisches Fachwissen und seine langjährige Erfahrung im Programmmanagement einbringen. Dies wird dazu beitragen, isolierte Bemühungen und Doppelarbeit bei verschiedenen Entwicklungsaktivitäten zu vermeiden. Der „Umbrella-Ansatz” wird zudem wichtige globale Indikatoren zusammenführen, die die kombinierten Ergebnisse aus jedem Schwerpunktbereich widerspiegeln.

Eine wichtige Funktion des Umbrella-Ansatzes wird darin bestehen, Aspekte wie Qualität, Neutralität, den Fokus auf duale technische und berufliche Bildung (TVET) sowie Klimarelevanz bei allen Interventionen zu fördern – jedoch auf lokalisierte Weise.

Elemente des Ansatzes

Der übergreifende Ansatz umfasst die Gesamtvision für das neue Länderprogramm in Ghana und beschreibt die Rolle von Swisscontact.

Schematische Darstellung des Umbrella Ansatzes (in englisch)

Umbrella Steuerung

  • Swisscontact übernimmt die Federführung für die übergreifende Steuerung, Koordination und Wirkungsaggregation.
  • Spezifische Steuerungsaufgaben können mit institutionellen Partnern und wichtigen Stakeholdern geteilt werden.

Wirtschaftssektoren

Erneuerbare Energien
Dieser Bereich ist wichtig, um den Klimawandel zu bekämpfen. Ein Teilbereich davon ist die Solarenergie. Aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung in Ghana hat das Wachstum in diesem Bereich nachgelassen. Es fehlen die Mittel für größere Investitionen und die lokalen Unternehmen sind nicht besonders innovativ. Deshalb sind Maßnahmen auf der Angebotsseite sowie eine Marktförderung mit innovativen Finanzmodellen nötig. Außerdem möchte die Umweltschutzbehörde (EPA) im Rahmen von Artikel 6 des Pariser Abkommens in diesem Bereich aktiv werden, beispielsweise bei der solaren Bewässerung und der E-Mobilität.
Kreislaufwirtschaft
Abfall ist in Ghana ein großes soziales und ökologisches Problem. Die Abfallwirtschaft im Land funktioniert nicht wie vorgesehen. Der Sektor ist größtenteils informell mit nur sehr wenigen formalisierten Unternehmen.
Einige der identifizierten Pilotprojekte und Interessengebiete betreffen die Optimierung der Abfallwertschöpfungskette, die Abwasserbehandlung und die kommunale Abfallwirtschaft.
Nachhaltige Landwirtschaft
Der Kakaosektor in Ghana, der für die Schweiz von strategischer Bedeutung ist, steht aus verschiedenen Gründen unter großem Druck. Einerseits stagnieren die Einkommen der Bauern, sodass sie sich zunehmend vom Kakaoanbau abwenden, da es immer schwieriger wird, davon zu leben. Andererseits verschlechtert sich die Bodenqualität aufgrund der extensiven Monokultur. Es gibt nach wie vor große soziale Probleme im Zusammenhang mit dem Kakaoanbau (z. B. Kinderarbeit). Einige der identifizierten Pilotprojekte würden sich um den vom Sankofa-Projekt entwickelten Ansatz der dynamischen Agroforstwirtschaft drehen und diesen mit der Arbeit von Swisscontact und dem „Light Bulb”-Ansatz von CIRAD zur Agrarökologie kombinieren. Die Arbeit im Bereich der Agrarökologie würde die Anpassungsfragen unterstützen und das EPA fordert gemäß Artikel 6 zur Arbeit im Bereich der Klimaanpassung auf.
Nahaufnahme der beiden unteren Ebenen des Umbrella Ansatzes, die genau zeigt, wie das flexible Swisscontact-Rahmenwerk für Green Skills & Jobs dabei hilft, den Fokus auf den Klimawandel in alle Aktivitäten zu integrieren.

Klimaschutz

Swisscontact will sich in all seinen Projekten und Säulen dem Thema Klimaschutz widmen. Dieser Ansatz kann sowohl Anpassungs- als auch Minderungsmaßnahmen umfassen, je nachdem, welche Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Umwelt erkannt wurden. Bei Aktivitäten, die nicht speziell auf den Klimawandel ausgerichtet sind, hält sich Swisscontact strikt an den Grundsatz „Do no harm“. Dieser Grundsatz stellt sicher, dass Partner und Projekte nicht aktiv zu negativen Auswirkungen auf das Klima beitragen.

Da Ghana zu den Ländern gehört, mit denen die Schweiz Emissionshandelsabkommen auf der Grundlage von Artikel 6 des Pariser Abkommens geschlossen hat, wird Swisscontact prüfen, wie eine Zusammenarbeit mit Partnern wie der ghanaischen Umweltschutzbehörde und KliK7 aussehen kann, um die aus den einzelnen Säulen resultierenden Emissionsgutschriften zu nutzen.

Tools für Interventionen

Die Swisscontact-Toolbox für die Gestaltung von Interventionen umfasst verschiedene bewährte Ansätze, die sich grob in zwei Kategorien einteilen lassen.

  • Tools, bei denen die Entwicklung von Kompetenzen im Mittelpunkt steht.
  • Tools, die auf wirtschaftliche Entwicklung oder die Schaffung von Arbeitsplätzen abzielen.

Das Rahmenwerk „Green Skills & Jobs” umfasst auf Basis dieser beiden Kategorien auch den Aspekt des Climate Mainstreaming. Dieses leistungsstarke Rahmenwerk ermöglicht einen sehr flexiblen Ansatz und kann Lösungen für verschiedene lokale Gegebenheiten oder Ausgangspunkte bieten. So können fehlende grüne Kompetenzen in einem Sektor ein wesentliches Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung darstellen, während der Mangel an grünen Arbeitsplätzen in einem anderen Sektor der Grund für mangelndes Wachstum sein kann.

Grüne Kompetenzen: Grüne Kompetenzen gewinnen in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung. Dazu zählen sowohl übergreifende Kompetenzen, die für viele Berufe relevant sind, als auch spezifische grüne Kompetenzen, die für die Ausübung klar definierter, klimabezogener Berufe erforderlich sind. Es ist wichtig, dass die richtigen grünen Kompetenzen vermittelt werden, die dem tatsächlichen Bedarf auf dem Arbeitsmarkt entsprechen. Dies erfordert einen guten Kommunikationsfluss zwischen Bildungseinrichtungen und dem privaten Sektor.

Grüne Arbeitsplätze: Laut der Analyse von Swisscontact haben alle im Rahmenprogramm genannten Sektoren das Potenzial, grüner zu werden. Diese grüne Transformation bietet Chancen für die Schaffung neuer, grüner Arbeitsplätze. Bestehende Arbeitsplätze müssen jedoch ebenfalls grüner werden, um ihre Auswirkungen auf das Klima zu verbessern.