ProTransicion – Stärkung der Energiewende in Bolivien

Mit dem Programm „ProTransicion“ sollen gute technische, organisatorische und finanzielle Bedingungen geschaffen werden, um die Energiewende schneller voranzubringen. Es konzentriert sich auf wichtige Bereiche wie Industrie, öffentliche Gebäude und den städtischen Verkehr und unterstützt dabei, internationale Verpflichtungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zu erfüllen.
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Projektdauer
2025 - 2027
Finanziert durch
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

In Bolivien wird etwa zwei Drittel des Stroms aus Erdgas gewonnen. Diese hohe Abhängigkeit macht deutlich, wie wichtig eine Diversifizierung der Energiematrix hin zu erneuerbaren Quellen ist, um die Widerstandsfähigkeit des Systems zu erhöhen, eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Die Eigenerzeugung von Energie durch Solarzellen sowie die Einführung dezentraler Energieerzeugung sind Mechanismen, die ein unabhängigeres und effizienteres Netz schaffen können.

Die Einführung der Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr führt andererseits zu geringeren Betriebskosten, einem saubereren und inklusiveren Verkehr und ermöglicht die Modernisierung des Systems.

Beide Verbesserungsvorschläge erfordern jedoch die Überwindung der Hürde der Anfangsinvestitionen. Das Projekt arbeitet an der Entwicklung von Finanzinstrumenten, um den Übergang zu nachhaltigeren Technologien zu erleichtern. Darüber hinaus benötigen beide Sektoren spezialisierte technische Unterstützung, um investitionsfreundliche Ökosysteme zu schaffen. Zu diesem Zweck arbeitet das Projekt mit dem Staat und dem Bankensystem zusammen.

Das Projekt

Um die Energiewende in Bolivien zu stärken, setzt das Programm auf drei wichtige Aspekte:

  • Dezentrale Energieerzeugung: Förderung der dezentralen Stromerzeugung, um ein robusteres und widerstandsfähigeres Stromverteilungsnetz aufzubauen.
  • Energieeffizienz in der Industrie: Unterstützung von Effizienzsteigerungen in der Industrie, um den Erdgasverbrauch zu senken, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und einen saubereren Industriesektor zu fördern.
  • Elektromobilität: Einführung von Elektrofahrzeugen im öffentlichen Nahverkehr, um das System zu modernisieren, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Servicequalität für die Bevölkerung zu verbessern.

Die Entwicklung der Programmkomponenten „Energieeffizienz im öffentlichen und produktiven Sektor” sowie „Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr” wird dazu beitragen, die Abhängigkeit Boliviens von Erdgas als Grundlage seiner Wirtschaft und seines Energiesektors (Exporte und Erzeugung von zwei Dritteln des Stroms) schrittweise zu verringern. Diese Abhängigkeit wurde im Jahr 2023 mit der Ankündigung des beschleunigten Rückgangs dieser Energiequelle deutlich.

Die Energiewende stellt Bolivien vor grosse Herausforderungen: Die Entwicklung erneuerbarer Energien (verstärkte Stromerzeugung aus nachhaltigen Quellen wie Sonne und Wind), eine bessere Umsetzung der Energieeffizienz (Sonnenkollektoren und Netzintegration) sowie die Entwicklung der Elektromobilität, die sich zwar noch in einem frühen Stadium befindet, aber einen der innovativsten Ansätze für die urbane Mobilität in lateinamerikanischen Städten darstellt.

Bolivien hat die Chance, Elektrofahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr einzuführen, eine neue Industrie mit Ladeinfrastruktur zu schaffen und die Einführung von Elektrofahrzeugen zu fördern. Zusammen mit Massnahmen zur Energieeffizienz wird das zu dem national festgelegten Beitrag des Landes beitragen, der 2022 festgelegt wurde und darauf abzielt, bis 2030 jährlich 212.000 Tonnen CO₂ einzusparen.

Die Menschen, die von den Massnahmen im Rahmen des Programms zur Stärkung der Energiewende in Bolivien (ProTransición) profitieren, sind:

  • Die Hauptakteure im öffentlichen Nahverkehr der grössten bolivianischen Städte: traditionelle Verkehrsunternehmen, kommunale Verkehrsbetriebe und andere Akteure aus dem Verkehrsbereich.
  • Der Privatsektor, der im öffentlichen Nahverkehr und im Stromsektor tätig ist und von neuen Finanzierungsmechanismen profitiert.
  • Der Finanzsektor, der mit neuen Akteuren zusammenarbeiten wird, die Investitionsmittel benötigen.
  • Außerdem profitieren Entscheidungsträger in den genannten Sektoren, die ihre Kompetenzen in diesem Bereich ausbauen werden.

Erwartete Resultate

 

Energieeffizienz im öffentlichen und produktiven Sektor

  • Den Entscheidungsträgern wurden vier Vorschläge für neue oder verbesserte Finanzierungs- oder Fördermechanismen zur möglichen Umsetzung von Energieeffizienzmassnahmen vorgelegt.
  • Insgesamt haben 80 Fachleute und/oder Entscheidungsträger, darunter 
    25 % Frauen (20 Personen), eine Schulung zum Thema Energieeffizienz im öffentlichen und produktiven Sektor erfolgreich abgeschlossen.

Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr

  • Den Entscheidungsträger:innen wird ein Vorschlag für einen Finanzierungsmechanismus zur Umsetzung der Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr vorgelegt.
  • Insgesamt haben 100 Fachleute und/oder Entscheidungsträger, darunter 35 % Frauen (35 Frauen), eine Schulung zum Thema Elektromobilität erfolgreich abgeschlossen.