Wenn der Wald geschützt wird, bevor das Feuer ausbricht: Organisierte Gemeinschaften verhindern Brände im Maya-Regenwald

Nachhaltige Landwirtschaft , Nachhaltiger Tourismus, Arbeitsmarktintegration, Berufliche Erstausbildung
07.07.2026
Im Maya-Biosphärenreservat, einer der bedeutendsten Waldlandschaften Mesoamerikas, beginnt die Brandsaison nicht mit den ersten Flammen. Sie beginnt viel früher: vor Ort, mit Menschen, die sich organisieren, planen und vorbereiten, damit Waldbrände gar nicht erst entstehen.

In Petén tragen Gemeinden, Rangerinnen und Ranger, Forstbrigaden und technische Institutionen die Prävention von Waldbränden gemeinsam. Das Projekt Paisajes Mayas Sostenibles – umgesetzt von Swisscontact in Partnerschaft mit ACOFOP und ProPetén sowie mit Unterstützung der schwedischen Botschaft – unterstützt diese Arbeit durch den Aufbau lokaler Kompetenzen und die Vernetzung der zentralen Akteure.

Der Ansatz steht für einen wichtigen Wandel: weg von der Reaktion auf Notfälle, hin zu deren Vorbeugung. Prävention wird dabei als kontinuierlicher Prozess verstanden – mit Planung, Monitoring, dem Anlegen von Brandschneisen, Frühwarnsystemen und einer engen Abstimmung zwischen Gemeinden und Institutionen. Gleichzeitig eröffnet er Raum für eine inklusivere Beteiligung, in der Frauen und Männer gemeinsam zum Schutz des Waldes beitragen.

Für die Menschen, die in diesem Gebiet leben und arbeiten, wirkt sich dieses Wissen unmittelbar auf ihren Alltag aus. Davon zeugt auch die Erfahrung von Raquel Soza, Waldbrandbekämpferin im Biotop Cerro Cahuí:

“Vor diesen Schulungen wusste ich, wie wichtig der Schutz des Waldes ist – aber nicht, wie weit Prävention tatsächlich reichen kann. Durch das Lernen über Planung, Koordination und Waldbrandmanagement wurde mir klar, dass sich viele Notfälle vermeiden lassen, wenn wir rechtzeitig handeln. Heute fühle ich mich sicherer, dieses Wissen weiterzugeben und mitzuhelfen, dass unsere Schutzgebiete der Brandsaison besser gewachsen sind.„
Raquel Soza, Waldbrandbekämpferin, Biotop Cerro Cahuí

2024 zeigten diese Bemühungen konkrete Ergebnisse: Mit Unterstützung von ProPetén wurden 21 Gemeindekommissionen zur Prävention und Bekämpfung von Waldbränden reaktiviert und vier territoriale Netzwerke gestärkt. Zugleich baute das Waldbrand-Frühwarnsystem (SATIF) seine Reichweite aus und verbesserte damit die Überwachung und Reaktionsfähigkeit auf mehr als 200'000 Hektaren Waldfläche.

Prävention im Biosphärenreservat ist keine Aufgabe einer einzelnen Organisation. Sie lebt vom Zusammenspiel zwischen Gemeinden, Kommunalverwaltungen, CONAP, CONRED, Forstorganisationen und den Verantwortlichen der Schutzgebiete. Dieses Netzwerk – bekannt als Protected Areas Block – wird durch Wissensaustausch, gemeinsame Planung und ein geteiltes Engagement für koordiniertes Handeln gestärkt.

Für die Fachpersonen, die diese Prozesse vorantreiben, bleibt Prävention die wirksamste Strategie. Josué Lemus, Techniker im Nationalpark Mirador-Río Azul, bringt es auf den Punkt:

“Die Erfahrung zeigt uns, dass Prävention nach wie vor die wirksamste Strategie im Umgang mit Waldbränden ist. Gut ausgebildetes Personal, organisierte Gemeinden und funktionierende Koordinationsmechanismen ermöglichen es uns, Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksamer darauf zu reagieren. Der Schutz der Wälder von Petén erfordert Wissen, Engagement und gemeinsames Handeln.„
Josué Lemus, Techniker im Nationalpark Mirador-Río Azul

Über die technischen Ergebnisse hinaus zeigt dieser Prozess: Wissen entfaltet erst dann Wirkung, wenn es in die Praxis umgesetzt wird. Aus einer Schulung kann eine frühzeitige Warnung entstehen, eine angelegte Brandschneise oder eine entscheidende Massnahme, die die Ausbreitung eines Feuers verhindert. 2024 fanden 30 Planungstreffen mit den Gemeindenetzwerken statt, und es wurden Hilfsmittel für Prävention und Notfalleinsätze bereitgestellt – so konnten langfristige Massnahmen direkt vor Ort verankert werden.

Für die Zukunft steht der Ausbau der Beteiligung im Zentrum. Frauen, Jugendliche und neue Führungspersonen in den Gemeinden einzubeziehen, ist entscheidend, um die Nachhaltigkeit dieser Bemühungen zu sichern. Cristel Pineda, technische Mitarbeiterin im Nationalpark Tikal, bringt es auf den Punkt:

“Die Prävention von Waldbränden beginnt lange vor der Trockenzeit: mit Schulungen, Planung und dem Engagement der Menschen, die vor Ort arbeiten. Auch Frauen sind Teil dieser Bemühungen und leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Wälder, die für die Zukunft von Petén von entscheidender Bedeutung sind.„
Cristel Pineda, technische Mitarbeiterin im Nationalpark Tikal
2023 - 2025
Guatemala
Nachhaltige Landwirtschaft , Grüne Städte, Nachhaltiger Tourismus, Arbeitsmarktintegration, Berufliche Erstausbildung
Nachhaltige Maya-Landschaften im Petén
Landschaften mit grosser biologischer Vielfalt werden durch nachhaltige und integrative Produktionssysteme im Maya-Biospährenreservat – dem grössten Naturschutzgebiet Guatemalas – erhalten und besser vernetzt.