Tunisian Talents: Neue Perspektiven für Schweizer Unternehmen

27.01.2026
Unter dem Titel „Tunisian Talents: A driving force for Swiss companies“ fand am 21. Januar 2026 in Zürich der erste Event des Programms PERSPECTIVES in der Deutschschweiz statt. Der Anlass bot Einblicke in die Erfahrungen tunesischer Fachkräfte in der Schweiz und zeigte auf, welche Kompetenzen und Perspektiven sie in den hiesigen Arbeitsmarkt einbringen. In zwei Panelgesprächen teilten Young Professionals sowie Unternehmer und Arbeitgeber ihre Sichtweisen – offen, praxisnah und mit einer klaren Botschaft: Tunesische Talente können für Schweizer Unternehmen eine wertvolle Bereicherung sein.

Gemeinsamkeiten erkennen, Potenziale verstehen

Mit dem Anlass in Zürich setzte das Programm PERSPECTIVES erstmals auch in der Deutschschweiz ein Zeichen. Das Programm unterstützt die Mobilität junger qualifizierter Fachkräfte aus Tunesien und schafft Brücken zwischen Talenten und Schweizer Unternehmen.

In ihrer Begrüssung betonte Carole Schaber, Leiterin des Programms PERSPECTIVES, die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern: zwei kleine, mehrsprachige Staaten mit gut ausgebildeten jungen Menschen. Gleichzeitig machte sie deutlich, worum es an diesem Abend ging: den Schweizer Unternehmen aufzuzeigen, wie sie vom Engagement tunesischer Fachkräfte profitieren können – und wie gleichzeitig durch sogenannte zirkuläre Migration auch ein Beitrag zur Entwicklung Tunesiens entsteht. Damit eröffnete sie den Rahmen für die beiden Panels, in denen Young Professionals und Arbeitgeber ihre Erfahrungen teilten und ein authentisches Bild davon gaben, was tunesische Talente auszeichnet und wie sie in Schweizer Unternehmen Wirkung entfalten können.

Young Professionals: Zwischen zwei Welten, voller Potenzial

Im ersten Panel standen die persönlichen Erfahrungen der drei Young Professionals im Zentrum. Auf die Frage der Moderatorin Sunnie Groeneveld, wie sie ihren Weg in die Schweiz gefunden haben, beschrieben alle drei, dass dieser Schritt ursprünglich nicht geplant war – sich im Rückblick jedoch als wichtig und bereichernd erwiesen hat. Genannt wurden dabei vor allem die verlässliche Infrastruktur, die Offenheit der Menschen und die beruflichen Möglichkeiten, die sie in der Schweiz vorfanden.

Im Austausch über das Leben zwischen zwei Kulturen beschrieben die Young Professionals sowohl Unterschiede als auch überraschende Parallelen. Die Schweiz wird als ruhiger und strukturierter erlebt – manchmal so ruhig, dass, wie Slim Kammoun mit einem Augenzwinkern anmerkte, ihm die für Tunesien typische Hektik und das Hupen der Autos fehlen. Gleichzeitig schätzen sie an beiden Ländern die Nähe zur Natur: in Tunesien das Meer, in der Schweiz Berge und Seen.

Deutlich wurde auch, was sie in die Schweizer Arbeitswelt einbringen: Mehrsprachigkeit, Cultural Awareness für internationale Märkte sowie eine ausgeprägte Leistungsbereitschaft. Viele durchlaufen in Tunesien ein kompetitives Ausbildungssystem, das Resilienz, Zielstrebigkeit und Verantwortungsbewusstsein fördert. Gleichzeitig betonten sie, was sie in der Schweiz gelernt haben – etwa unterschiedliche Arbeitsstile zu respektieren, genauer zuzuhören oder sich in vielfältigen Teams einzubringen. Auf die Frage aus dem Publikum, was sie anderen jungen Talenten raten würden, lauteten die Antworten einheitlich: neugierig sein, das Land entdecken, mit Menschen sprechen und aufmerksam beobachten.

Entrepreneurs & Employers: Warum tunesische Talente ein Gewinn sind

Im zweiten Panel berichteten Unternehmerinnen und Arbeitgeber darüber, wie die Zusammenarbeit mit tunesischen Fachkräften in der Praxis aussieht – und welches Potenzial sie in ihnen sehen. Ein besonders anschauliches Beispiel brachte Selim Gatti, Gründer von DigiTech Bridge 360, mit. Seine Plattform verbindet die Nachfrage europäischer Unternehmen mit hochqualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren aus Tunesien und zeigt damit, wie zirkuläre Migration konkret funktionieren kann. Mitbegründer Mohamed Kalai, selbst ehemaliger Teilnehmender des Young‑Professionals‑Programms, bringt heute Wissen und Erfahrung wieder nach Tunesien zurück – der Kreis schliesst sich.

Die Diskussion machte deutlich, welche Stärken tunesische Talente in Unternehmen einbringen: eine solide fachliche Ausbildung, Engagement, Verantwortungsbereitschaft und die Fähigkeit, sich schnell auf neue Arbeitsumfelder einzustellen. Viele sind es gewohnt, in anspruchsvollen oder dynamischen Situationen Lösungen zu finden – eine Erfahrung, die sie in der Schweiz weiter stärkt. Gleichzeitig betonten die Panelisten, wie wertvoll neue Perspektiven und kulturelle Vielfalt für Teams und Innovationsprozesse sein können.

Auch die Frage aus dem Publikum nach einem geeigneten Führungsstil wurde angesprochen. Entscheidend sei, Orientierung zu geben und Vertrauen zu schenken – statt Micromanagement. Mit klaren Rahmenbedingungen und der Möglichkeit, selbständig zu arbeiten, entfalten tunesische Talente ihr Potenzial am besten.

Der Mehrwert tunesischer Talente für Schweizer Unternehmen

Der Anlass zeigte auf vielfältige Weise, welchen Beitrag tunesische Fachkräfte in der Schweiz leisten können. Ihre fachliche Qualifikation, ihre hohe Leistungsbereitschaft und ihr Wille, Verantwortung zu übernehmen, machen sie zu wertvollen Mitarbeitenden. Viele bringen zudem Mehrsprachigkeit und ein gutes Verständnis für internationale Märkte mit – Fähigkeiten, die auch für Schweizer Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit auch auf persönlicher Ebene bereichernd ist: unterschiedliche Sichtweisen, neue Impulse und Gemeinsamkeiten, die den Arbeitsalltag verbinden. Tunesische Talente bringen Erfahrung aus dynamischen Umgebungen mit und kombinieren diese mit der Stabilität und den Möglichkeiten, die sie in der Schweiz vorfinden.

Unternehmen, die mehr über das Programm oder den Rekrutierungsprozess erfahren möchten, finden weiterführende Informationen auf der Website von PERSPECTIVES.

2022 - 2026
Schweiz, Tunesien
Arbeitsmarktintegration
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