Biogasanlagen: eine nachhaltige Alternative für ländliche Familien in El Paraíso 

Nachhaltige Landwirtschaft
07.07.2026
In vielen ländlichen Gemeinden von El Paraíso, Honduras, ist Brennholz nach wie vor eine der wichtigsten Energiequellen zum Kochen. Der ständige Gebrauch erhöht jedoch den Druck auf die Wälder, trägt zur Entwaldung bei und erzeugt Rauch in den Häusern, was die Gesundheit der Familien beeinträchtigt, insbesondere die der Frauen, die mehr Zeit in der Küche verbringen. Hinzu kommt, dass Flüssiggas für viele ländliche Familien eine hohe Ausgabe darstellt, was den Zugang zu einer sauberen, sicheren und zuverlässigen Energiequelle erschwert.

Vor diesem Hintergrund fördert das Projekt Paraíso Verde – umgesetzt von Swisscontact mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen der Global-Gateway-Strategie – nachhaltige und an den ländlichen Kontext angepasste Lösungen wie Biogasanlagen auf Basis von Rindermist. Die Technologie wandelt eine auf den Höfen ohnehin vorhandene Ressource in zwei wertvolle Produkte um: Biogas zum Kochen und Biol, einen organischen Dünger, der die Ernteerträge verbessert.

Um die Einführung zu erleichtern, setzt das Projekt auf ein Modell der geteilten Verantwortung: Ein Teil der Investition wird von den begünstigten Familien übernommen, der andere vom Projekt Paraíso Verde. Damit wird nicht nur eine neue Technologie verbreitet, sondern auch das Engagement der Familien für deren Nutzung, Wartung und langfristigen Erfolg gestärkt.

Eine Lösung, die auf dem Hof entsteht

Biogasanlagen werden täglich mit einer Mischung aus Kuhmist und Wasser gespeist. Das dabei entstehende Biogas kann in der Küche genutzt werden und verringert den Brennholzverbrauch ebenso wie die Abhängigkeit von Flüssiggas oder Strom.

Auf einem der begünstigten Höfe reichen täglich rund drei Eimer Mist und sechs Eimer Wasser aus, um etwa drei Kubikmeter Biogas zu erzeugen – genug, um mehrere Stunden lang zu kochen.

Das Beispiel zeigt, wie sehr eine angepasste Technologie den Alltag ländlicher Familien verändern kann: weniger Ausgaben, weniger Rauch im Haus und eine bessere Nutzung der eigenen Ressourcen.

Vom Abfall zur produktiven Ressource

Biogasanlagen liefern nicht nur Kochgas, sondern ermöglichen auch einen besseren Umgang mit Rindermist und schützen so Böden und Wasserquellen vor Verunreinigung. Was früher als Abfall galt, wird heute zu Energie, Dünger und Einkommen.

Zusätzlich entstehen täglich rund 200 Liter Biol – ein organischer Dünger, der die Böden mit Nährstoffen versorgt und die Ernteerträge steigert. So können die Familien auf Harnstoff und andere chemische Düngemittel weitgehend verzichten, ihre Produktionskosten senken und den Weg zu einer saubereren, umweltfreundlicheren Landwirtschaft einschlagen.

Dank der Biogasanlage hat sich unsere Lebensqualität verbessert: Wir kochen jetzt mit Gas, das auf dem Hof produziert wird, schützen die Umwelt und nutzen das, was früher verschwendet wurde, besser.
Óscar Ruiz, Projektteilnehmer Paraíso Verde Projekt 

Ein Projekt, das konkrete Veränderungen bewirkt

Im Rahmen des Projekts Paraíso Verde werden die teilnehmenden Familien technisch begleitet und lernen, ihre Biogasanlagen zu nutzen, zu pflegen und instand zu halten. So bleibt der Nutzen langfristig gesichert. Diese Begleitung ist entscheidend: Die Technologie wird nicht als isolierte Lösung eingeführt, sondern als Teil eines umfassenderen Prozesses der produktiven und ökologischen Transformation in der Region.

Mit Initiativen wie dieser stärkt Paraíso Verde die Haushaltsökonomie, schützt natürliche Ressourcen, reduziert Umweltbelastungen und fördert nachhaltigere Produktionsweisen in El Paraíso.

Die Erfahrungen der beteiligten Familien machen deutlich: Wenn nachhaltige Lösungen auf die tatsächlichen Bedürfnisse einer Region zugeschnitten sind, bewirken sie spürbare Veränderungen – im Haushalt, auf dem Hof und in der Umwelt.

2023 - 2027
Honduras
Nachhaltige Landwirtschaft
Dekarbonisierung des Land- und Forstwirtschafssektors im Departement El Paraíso
Das Projekt wird sich auf land- und forstwirtschaftliche Wertschöpfungsketten konzentrieren, die mit dem agrarökologischen Landschaftsansatz vereinbar sind, um die Anfälligkeit für den Klimawandel zu verringern, die soziale Eingliederung zu verbessern, die Entwaldung und die CO2-Emissionen zu verringern und die Wiederherstellung der Wälder durch eine bessere Regierungsführung und lokale Aneignung zu fördern.