Nachhaltige Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Ghana. So hat sie im ersten Quartal 2025 23,5 % zum BIP des Landes beigetragen und mit 6,6 % die höchste Wachstumsrate aller Branchen erzielt. Der vielfältige Sektor umfasst Nahrungsmittelpflanzen, Cash Crops, Viehzucht, Fischerei und Forstwirtschaft. Das gute Klima und die fruchtbaren Böden in Ghana eignen sich hervorragend für den Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Mais, Reis, Maniok und Yamswurzeln. Gleichzeitig spielen Cash Crops wie Kakao, Cashewnüsse und Sheanüsse eine wichtige Rolle für die Exporteinnahmen und die Entwicklung des ländlichen Raums.

Hintergrund

Die Landwirtschaft ist in Ghana nach wie vor ein dynamischer und wichtiger Wirtschaftssektor. Sie beschäftigt fast 45 Prozent der Bevölkerung und bietet große Chancen für ein inklusives Wirtschaftswachstum. Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle und stellen mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft.

Der Sektor ist vielfältig und umfasst Lebensmittel- und Baumkulturen, Fischerei und Aquakultur sowie neue, nicht traditionelle Produkte wie Pilze und Schnecken. Durch das zunehmende Interesse an Wertschöpfung, klimafreundlichen Praktiken und Exportdiversifizierung ist die Landwirtschaft gut aufgestellt, um den Wandel im ländlichen Raum und die nationale Entwicklung voranzutreiben. Allerdings werden nur 1,5 % der Ackerfläche Ghanas bewässert, sodass das Land Obst und Gemüse aus Burkina Faso importieren muss.

Die Schließung dieser Lücke könnte die lokale Produktion für den Binnen- und den Exportmarkt ankurbeln. Der Agrar- und Lebensmittelverarbeitungssektor hat zwar großes Potenzial, ist aufgrund schlechter Infrastruktur, mangelnder Einhaltung internationaler Standards und begrenzter Qualitätssicherung jedoch nach wie vor unterentwickelt. Zwar generieren die Exporte von Kakao, Cashewnüssen und Sheabutter erhebliche Einnahmen, doch das Wachstum wird durch den Mangel an akkreditierten Labors für Standardisierung und Qualitätskontrolle gebremst, wodurch der Zugang zu hochwertigen globalen Märkten eingeschränkt wird.

Zudem bleibt das Potenzial bei der Verwendung landwirtschaftlicher Nebenprodukte wie Maniokabfälle, Kakaoschoten und Fruchtschalen für Mehrwertprodukte, Bioenergie und Kreislaufwirtschaftsmodelle ungenutzt. So könnten Nebenprodukte aus der Shea- und Cashewverarbeitung zu Kosmetika, Tierfutter oder sauberer Energie verarbeitet werden. Diese Innovationen stehen im Einklang mit der Entwicklung grüner Kompetenzen und unterstützen ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Um dieses Potenzial auszuschöpfen, benötigt Ghana Investitionen in die Bewässerung sowie in die Infrastruktur für die landwirtschaftliche Verarbeitung und den Aufbau von Kapazitäten. Durch die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und einer dynamischen Agroforstwirtschaft können degradierte Böden wiederhergestellt und die Klimaresilienz verbessert werden. Die Stärkung der Laborsysteme und die Verbesserung der Marktverbindungen, insbesondere für Kulturen wie Cashew und Shea, würden die Wettbewerbsfähigkeit Ghanas steigern und gleichzeitig die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen sichern, die in der Landwirtschaft tätig sind.

Der Sektor erlebt derzeit eine Verlagerung hin zu nachhaltigeren und regenerativen Praktiken. Innovationen in den Bereichen Agroforstwirtschaft, Bewässerung und digitale Landwirtschaft eröffnen neue Möglichkeiten für mehr Produktivität und Widerstandsfähigkeit. Hinter der klimafreundlichen Landwirtschaft gibt es eine wachsende Dynamik, die sowohl von öffentlichen als auch von privaten Akteuren unterstützt wird. Zudem gibt es einen erneuten Fokus auf den Aufbau robuster Wertschöpfungsketten, von denen sowohl Produzenten als auch Verbraucher profitieren.

Der Ansatz und die Massnahmen von Swisscontact in Ghana

Swisscontact Ghana aligns its vision with these emerging opportunities by supporting a transition to sustainable agriculture that is inclusive, market-oriented, and environmentally sound. Through partnerships, innovation, and capacity building, Swisscontact aims to strengthen value chains, enhance farmer incomes, and contribute to a resilient agricultural ecosystem that supports long-term development goals. 

Landwirtschaftliche Bereiche

Kakao
KaNea

Der „Cocoa Light Bulb Approach” von Swisscontact namens „KaNea” in Ghana ist eine mutige Initiative, die darauf abzielt, den Kakaosektor durch Innovation, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit zu verändern. Durch die Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Akteuren im Rahmen eines noch auszuarbeitenden gemeinsamen Fahrplans fördert der Ansatz eine dynamische Agroforstwirtschaft, verbessert die Einkommen der Bauern durch neue Einnahmequellen wie Emissionszertifikate und führt produktivitätssteigernde Technologien ein. Mit einem starken Fokus auf Forschung, Kompetenzentwicklung und koordinierten Beratungsdiensten zielt dieses systemische Modell darauf ab, eine widerstandsfähige, klimafreundliche und inklusive Kakao-Wertschöpfungskette aufzubauen. Dadurch sollen langfristige Wirkung und fairere Lebensbedingungen für ghanaische Kakaobauern sichergestellt werden. Swisscontact wird eng mit allen Akteuren zusammenarbeiten, um KaNea zu stärken.