Erneuerbare Energien

Dies ist ein wichtiger Bereich im Kampf gegen den Klimawandel. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Solarenergie. Aufgrund der wirtschaftlichen Flaute in Ghana hat das Wachstum in diesem Bereich nachgelassen. Es fehlen die Mittel für größere Investitionen und die lokalen Unternehmen sind nicht besonders innovativ. Deshalb sind Maßnahmen auf der Angebotsseite sowie eine Marktförderung mit innovativen Finanzmodellen nötig. Außerdem ist dies ein Bereich, in dem die Umweltschutzbehörde (EPA) gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens tätig werden will: Solarbewässerung und E-Mobilität.

Hintergrund

Ghana macht stetig Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energiezukunft: Erneuerbare Energien machen mittlerweile mehr als 31 Prozent der gesamten installierten Stromkapazität des Landes aus. Dieser Fortschritt zeigt, dass sich das Land für eine Verbesserung der Energiesicherheit, eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen und eine Erweiterung des Zugangs zu zuverlässigen Energiequellen einsetzt. Mit einem Anteil von über 93 % ist die Wasserkraft nach wie vor die dominierende Energiequelle im erneuerbaren Energiemix, gestützt durch große Anlagen wie die Staudämme Akosombo, Kpong und Bui. Parallel dazu gewinnt Solarenergie im ganzen Land an Bedeutung und bietet dezentrale Lösungen für städtische und ländliche Gemeinden ohne Netzanschluss.

Die Energieinfrastruktur des Landes ist robust und entwickelt sich weiter. Mit etwa 25 Kraftwerken und einer installierten Gesamtleistung von rund 5.615 Megawatt ist die Stromversorgungsindustrie (ESI) Ghanas historisch in der Wasserkraft verwurzelt. Diese wird größtenteils von der Volta River Authority (VRA) verwaltet, die über 80 % dieser Kapazität kontrolliert. Die zunehmende Integration von Solar- und anderen erneuerbaren Technologien signalisiert jedoch eine Verlagerung hin zu einer diversifizierteren und widerstandsfähigeren Energielandschaft.

Der Ansatz und die Massnahmen von Swisscontact in Ghana

Swisscontact möchte eine wichtige Rolle dabei spielen, den Sektor für erneuerbare Energien in Ghana voranzubringen. Dazu sollen gezielt Probleme wie Fachkräftemangel, eingeschränkter digitaler Zugang und die Notwendigkeit eines effektiven Kohlenstoffmanagements angegangen werden. Swisscontact plant, die unten dargestellte Theorie des Wandels in diesem Sektor umzusetzen. 

Swisscontact arbeitet mit Systemakteuren zusammen, um ihre Probleme mithilfe von Partnerschaftsabkommen anzugehen. In Ghana werden diese Maßnahmen als „Marken” positioniert und beworben.

Swisscontact unterstützt drei Kernmaßnahmen/Marken – SkillUp, BisaConnect und Decarbonization and Carbon Accounting Training –, die alle darauf abzielen, Ghanas Übergang zu einer nachhaltigen, kohlenstoffarmen Wirtschaft zu unterstützen.

Marken

BisaConnect
Der Energiesektor Ghanas kämpft mit hohen Energiekosten und einer unzuverlässigen Versorgung in einigen Gegenden. Solarenergie ist die reichlichste erneuerbare Ressource des Landes und eine nachhaltige Lösung, aber es gibt Hindernisse bei der Einführung: wahrgenommene Investitionsrisiken, begrenzte Finanzkenntnisse und ein Mangel an unabhängigen Machbarkeitsstudien. Viele potenzielle Nutzer zögern, für unvoreingenommene Studien zu bezahlen, obwohl diese ihnen dabei helfen würden, das richtige Solar-PV-System auszuwählen, ohne dabei dem Einfluss des Anbieters ausgesetzt zu sein.
SkillUp
Der Arbeitsmarkt ist stark gespalten: Einerseits gibt es ein Überangebot an hochqualifizierten und ungelernten Arbeitskräften, was zeigt, wie dringend praktische Ausbildungen benötigt werden, um diese Lücke zu schließen. Trotz dieser Herausforderungen bietet das Bildungssystem in Ghana eine solide Basis und die Arbeitskräfte sind gut aufgestellt, um sich weiterzubilden. Durch die Anpassung von Ausbildungsprogrammen an die Anforderungen der grünen Wirtschaft und die Förderung von Innovationen in grünen Branchen können nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen, das Wirtschaftswachstum angekurbelt und eine inklusive grüne Wirtschaft aufgebaut werden.
Schulung zu Treibhausgasbilanzierung und Dekarbonisierung
Da die globalen Klimaschutzverpflichtungen immer strenger werden und Nachhaltigkeit im internationalen Handel zunehmend an Bedeutung gewinnt, müssen sich die ghanaischen Industrien mit ihrem CO2-Fußabdruck auf allen Ebenen auseinandersetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zwar haben die Unternehmen bei den Emissionen der Bereiche 1 und 2 Fortschritte erzielt, der Bereich 3 – also die Emissionen, die entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten entstehen – wird jedoch noch weitgehend ignoriert. Um diese Lücke zu schließen, intensiviert AGI/ESC mit Unterstützung von Swisscontact Ghana seine Bemühungen zur Dekarbonisierung. Dazu gehören gezielte Schulungen, technische Unterstützung sowie die Ausbildung von Beratern im Rahmen der Schulung zur Treibhausgasbilanzierung und Dekarbonisierung.