Shompritee – Auf dem Weg zu einer lokal gesteuerten Entwicklung für Klimamigrantinnen und
-migranten

Bangladesch zählt zu den sieben weltweit am stärksten vom Klimawandel bedrohten Ländern. Besonders die Küstenregionen leiden unter Meeresspiegelanstieg, Versalzung, Flusserosion und wiederkehrenden Zyklonen. Diese extremen Bedingungen haben bereits Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Viele von ihnen leben heute unter prekären und oft menschenunwürdigen Verhältnissen in städtischen Gebieten – vor allem in Sekundärstädten.
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Jashore Municipality, Bangladesh
23.1640643
89.20644999999999
Projektdauer
2025 - 2027
Finanziert durch
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA
  • Lokales Wasser / Max Ditting AG
Project partners
  • Jashore Municipality

Diese Städte stehen vor grossen Herausforderungen bei der Bereitstellung grundlegender Dienste wie Wasser, Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnraum – bedingt durch mangelnde Koordination, Planung und begrenzte Ressourcen. Um Klimamigrantinnen und -migranten besser zu integrieren und die aufnehmenden Gemeinden zu unterstützen, pilotiert Shompritee gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Modell der klimaresilienten Kommune (Climate-Resilient Municipality, CRM). Dieses stärkt lokal geführte Planung, die Bereitstellung von Dienstleistungen sowie Governance-Strukturen.

Das Projekt

Shompritee ist ein 18-monatiges Pilotprojekt in Jashore, Bangladesch. Das Projekt stärkt kommunale Systeme, um die Bedürfnisse von Klimamigrantinnen und -migranten durch inklusive, resiliente und geschlechtergerechte Governance besser zu planen und zu erfüllen. Durch die Einführung eines Modells für klimaresiliente Kommunen soll der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, WASH (Wasser, Sanitär und Hygiene) sowie Einkommensmöglichkeiten verbessert werden. Gleichzeitig werden Erkenntnisse für die nationale Politikgestaltung und eine zukünftige Skalierung gewonnen.

Shompritee arbeitet in drei miteinander verknüpften Bereichen:

  1. Kommunale Governance: Förderung einer geschlechtergerechten und inklusiven kommunalen Governance durch verbesserte Koordination und Kapazitätsaufbau für partizipative Planung. Dazu gehört die Einrichtung von Strukturen wie der Local Climate Adaptation Coordination Unit Action Cell (LCAC).
  2. Service-Design & Bereitstellung: Gemeinsame Entwicklung sozial inklusiver und finanziell tragfähiger Servicemodelle (z. B. WASH, primäre Gesundheitsversorgung, Einkommenssicherung, Wohnraum).
  3. Evidenz & Politische Einflussnahme: Unterstützung der Kommunen bei der Kartierung klimabedingter Migration, Bewertung der Verwundbarkeit von Gemeinschaften, Identifizierung von Kapazitätslücken bei staatlichen und nichtstaatlichen Dienstleistern sowie Generierung von Evidenz zur Entwicklung kommunaler Aktionspläne im Einklang mit nationalen Klimapolitikrahmen.

Basierend auf den Prinzipien der lokal geführten Entwicklung (Locally Led Development, LLD) stärkt die Pilotinitiative die kommunale Eigenverantwortung und Rechenschaftspflicht, fördert städtisches Wachstum und verbessert die Bereitstellung von Dienstleistungen für Stadtbewohnerinnen, einschliesslich Klimamigranten. Aufbauend auf den in Jashore gewonnenen Erkenntnissen ist das Modell für die Übertragung auf andere Städte in Bangladesch und der gesamten südasiatischen Region konzipiert.

Durch die Verknüpfung kommunaler Innovation mit dem nationalen Politikdialog verwandelt die Initiative die Herausforderungen klimabedingter Migration in Chancen für inklusive urbane Systeme, verbesserte öffentliche Dienstleistungen und gesteigerte Resilienz.