Nepal hat eine wachsende Zahl gut ausgebildeter und motivierter junger Menschen. Dennoch haben viele Schwierigkeiten, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden, da ihre Ausbildung sie nicht ausreichend auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet. Arbeitgeber weisen häufig darauf hin, dass Absolventinnen und Absolventen praktische Erfahrungen und wichtige Kompetenzen wie Kommunikation, Teamarbeit, Problemlösungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit fehlen. Obwohl der Zugang zu Bildung und Berufsbildung verbessert wurde, besteht weiterhin eine erhebliche Lücke zwischen dem, was junge Menschen lernen, und den Kompetenzen, die Arbeitgeber benötigen. Dieses Missverhältnis trägt zu Unterbeschäftigung bei und beeinträchtigt sowohl die Beschäftigungschancen junger Menschen als auch die Möglichkeiten von Unternehmen, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.
Das Projekt setzt hier mit dem Practice-Enterprise-Modell (PE) an. Dieser innovative Lernansatz ermöglicht es jungen Menschen, bereits vor dem Eintritt in die Arbeitswelt praktische Erfahrungen in simulierten Unternehmensumgebungen zu sammeln.
Das Projekt führt das Practice-Enterprise-Modell (PE) in Nepal ein und verankert es institutionell. Junge Menschen sammeln dabei praktische Erfahrungen in simulierten Unternehmensumgebungen, die reale Geschäftsabläufe widerspiegeln. In PEs, die an Berufsbildungseinrichtungen (TVET), Universitäten und Plattformen zur Arbeitsvermittlung angesiedelt sind, erwerben die Teilnehmenden Kompetenzen in Bereichen wie Marketing, Buchhaltung, Personalwesen, Beschaffung, Kundenbeziehungen und digitale Geschäftsprozesse.
Der Ansatz verbindet praxisorientiertes Lernen mit der Entwicklung arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen. Die Expertise von Practice Enterprise Network (PEN) Worldwide unterstützt die anfängliche Konzeption und Umsetzung und trägt gleichzeitig dazu bei, die Kapazitäten lokaler Partner zu stärken, damit diese das Modell langfristig eigenständig weiterführen können.
Das Projekt wird vier Pilot-PEs aufbauen und 700 junge Menschen ausbilden. Jobportale übernehmen eine führende Rolle bei der Verwaltung und Ausweitung des Modells, während Bildungseinrichtungen Schulungen durchführen, die nötige Infrastruktur bereitstellen und Studierende einbeziehen. Unternehmen aus dem Privatsektor bringen Mentoring und Einblicke in die Arbeitswelt ein. Zudem unterstützt das Projekt die Integration des PE-Modells in akademische Lehrpläne und Arbeitsvermittlungsangebote.
Durch eine engere Vernetzung von Bildungsanbietern, Arbeitgebern und Arbeitsvermittlungsdiensten will das Projekt die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen verbessern, Qualifikationslücken verringern und den Übergang von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt erleichtern.
Das Projekt verfolgt einen innovativen Learning-by-Doing-Ansatz, der es den Teilnehmenden ermöglicht, berufliche Kompetenzen in einem geschützten Umfeld zu entwickeln, bevor sie ins Berufsleben einsteigen. Im Mittelpunkt stehen digitale Kompetenzen, Kommunikation, Teamarbeit, Problemlösungsfähigkeit, Führungskompetenzen und unternehmerisches Denken.
Die Initiative ist inklusiv ausgerichtet: 60% der Teilnehmenden gehören diskriminierten Bevölkerungsgruppen an, 50% sind Frauen. Die Nachhaltigkeit des Ansatzes wird durch Partnerschaften mit Jobportalen gestärkt, die schrittweise Managementaufgaben übernehmen und PE-Trainings in ihr Dienstleistungsangebot integrieren.
Das Projekt will zudem einen nationalen Rahmen und einen Qualitätssicherungsmechanismus für Practice Enterprises schaffen und damit die Grundlage für eine künftige Ausweitung in Nepal legen. So trägt es zu umfassenderen Bemühungen bei, den Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben und die Digitalisierung zu fördern sowie das Berufsbildungssystem Nepals stärker auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes auszurichten.