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Zugang zu Finanzdienstleistungen für Arbeiterinnen und Arbeiter im Textilsektor – «Sarathi»

Die Textilindustrie ist in Bangladesch einer der grössten Wirtschaftssektoren mit etwa 4,5 Millionen Beschäftigten – drei Viertel davon sind Frauen. Es gibt etwa 3’500 als Exporteure registrierte Produktionsstätten und zusätzlich geschätzte 7’000 Fabriken, die als Zulieferer für die Exporteure tätig sind. Damit bietet die Bekleidungsindustrie neben der Landwirtschaft die grösste Zahl von Arbeitsplätzen im Land. Das enorme Wachstum des Sektors schafft in ganz Bangladesch Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte ohne oder mit geringen beruflichen Kenntnissen. Diese Bevölkerungsgruppe verfügt meist über keinen Landbesitz und über wenig bis gar kein Finanzwissen, was dazu führt, dass sie ihr Einkommen nicht gut verwalten. Zudem haben nur etwa 5% der Arbeiterinnen und Arbeiter Zugang zu irgendeiner Form von Finanzdienstleistungen. Teilweise werden diese durch private Kooperativen – oft mit fragwürdigem rechtlichem Status – erbracht. Formelle Dienstleistungen, wie etwa die Eröffnung eines Bankkontos, werden selten in Anspruch genommen.

Das Projekt

Das Projekt Sarathi setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

  • Entwicklung von Finanzprodukten und Lieferkanälen für Bankdienstleistungen, um den bisher unversorgten Teil des Markts zu erreichen
  • Verbesserung der Finanzkompetenz der Textilarbeiter, um Banktransaktionen zu ermöglichen.

Aufbauend auf dem Erfolg der Pilotphase (2016 – 2017) stellt das Projekt sicher, dass mindestens 60 000 Mitarbeitende der Textilindustrie über ihre Bankkonten Zugang zu formalen Finanzdienstleistungen erhalten. Der Besitz von Bankkonten stellt sicher, dass die Fabrikarbeiter ihre Gehälter auf ihren jeweiligen Bankkonten ausbezahlt erhalten. Damit erhalten sie Zugang zu weiteren Finanzprodukten wie Darlehen, Sparprodukte, Zahlungsabwicklung und weitere Finanzdienstleistungen.

Diese Bankkonten ermöglichen den Textilfabriken, von einem kassenbasierten Lohnsystem zu einem digitalisierten Lohnsystem zu wechseln. Dies reduziert vor allem:

  • die Personenstunden, welche für die früheren Barauszahlungen aufgewendet wurden
  • die Kosten für den Finanzbetrieb

Durch die Zusammenarbeit mit drei Partnerbanken trägt das Projekt dazu bei, neue Zugangspunkte (z.B. Agenten, Geldautomaten usw.) für die Mitarbeitenden zur Durchführung von Finanztransaktionen einzurichten. Darüber hinaus weisen die Textilunternehmen transparente Lohnsysteme gegenübern ihren Abnehmern in Europa, Nordamerika etc. aus. Folglich tragen Textileinkäufer wesentlich zur finanziellen Eingliederung dieser Werksarbeiter bei, indem sie das digitalisierte Lohnsystem als einen notwendigen Bestandteil in ihre Verträge mit ein schliessen.

Die Zusammenarbeit mit den Textilfabriken bei der Entwicklung eines digitalen Lohnzahlungssystems wird wie folgt fortgesetzt:

  • Ausbildung und Einsatz von weiblichen Agenten und Bankmitarbeitern, um die überwiegend weibliche Bevölkerung zu betreuen.
  • Unterstützung von Geschäftsbanken bei der Einführung eines integrierten Service-Delivery-Modells
  • Durchführung von Finanzberatungen, Aufklärungskampagnen und praktischer Nutzung von Bankprodukten und -dienstleistungen
  • Einführung eines digitalisierten Lohnzahlungssystems über alternative Zustellkanäle (z.B. Geldautomaten, biometrische POS-Terminals, digitale Kioske usw.)
  • Unterstützung von Geschäftsbanken bei der Entwicklung und Einführung von Lohnkonten, Spar- und Kreditprodukten
  • Unterstützung der Bangladesh Bank bei der Institutionalisierung eines effizienten Genehmigungsprozesses für ‘Agent Banking Outlets’

Resultate

Ergebnisse aus der Pilotphase: (30.12.2015 – 31.07.2017)

  • Zwei Partner-Geschäftsbanken, Bank Asia und NRBC Bank Limited, entwickelten und lancierten zwei neue Finanzprodukte, darunter ein Sparprogramm und ein Einlagensicherungssystem (DPS) mit einer Mindesteinlage von BDT 200 und einem Höchstbetrag von BDT 5000 pro Monat über eine Laufzeit von drei, fünf, sieben oder zehn Jahren.
  • 6000 RMG-Mitarbeiter nahmen an Finanzberatungssitzungen in ihren jeweiligen Werken teil.
  • Bis Ende Dezember 2017 wurden 15 Agent Outlets in Betrieb genommen.
  • Über 1200 RMG-Mitarbeiter (fast alle von ihnen Frauen) haben inzwischen Bankkonten bei zwei Geschäftsbanken (Bank Asia und NRBC Bank Limited) in Bangladesch.
  • Zugang zu Krediten mit wettbewerbsfähigen Zinssätzen: Die RMG-Mitarbeiter haben nun Zugang zu Darlehen mit einem Zinssatz von 11% auf ihrem Sparkonto. Der Zinssatz (der zwischen 12,5% und 31,3% liegt) für dieses Darlehen liegt deutlich unter dem Zinssatz der Mikrofinanzinstitute in Bangladesch.

Projektpartner

  • MetLife Foundation

Projektländer

  • Bangladesch

Projekt-Links

Projektdauer

2018 - 2020

Finanzierung

  • MetLife Foundation

Arbeitsthema

Finanzen

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