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Bangladesch: Zugang zu Finanzdienstleistungen für Arbeiterinnen und Arbeiter im Textilsektor – «Sarathi»

Die Textilindustrie ist in Bangladesch einer der grössten Wirtschaftssektoren mit etwa 4,5 Millionen Beschäftigten – drei Viertel davon sind Frauen. Es gibt etwa 3’500 als Exporteure registrierte Produktionsstätten und zusätzlich geschätzte 7’000 Fabriken, die als Zulieferer für die Exporteure tätig sind. Damit bietet die Bekleidungsindustrie neben der Landwirtschaft die grösste Zahl von Arbeitsplätzen im Land. Das enorme Wachstum des Sektors schafft in ganz Bangladesch zwar Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte ohne oder mit geringen beruflichen Kenntnissen. Die Arbeitsbedingungen sind hingegen oft menschenverachtend und unwürdig und haben sich in den letzten Jahren kaum verbessert. Nebst der Unkenntnis der Beschäftigung bezüglich ihrer Rechte verfügen die Angestellten auch kaum über Finanzwissen und Sparmöglichkeiten, die eine persönliche Weiterentwicklung oder die gezielte Unterstützung ihrer Familien begünstigen würde. Viele Fabriken bezahlen die Löhne in bar und die meisten Arbeiternehmenden haben kein eigenes Lohnkonto oder einen Zugang zu irgendeiner Form von Finanzdienstleistungen.
Diese Wirtschaftszonen zeichnen sich durch eine gute Infrastruktur, eine verlässliche Energieversorgung und eine grosse Zahl von Arbeitnehmenden aus. Solche günstigen Bedingungen führen jedoch auch zu einem Wachstum von informellen, willkürlich errichteten Fabriken, die die Arbeiterinnen und Arbeiter unter oft miserablen Bedingungen anstellen. Diese sozioökonomischen Dimensionen werden im Projekt berücksichtigt und die Entwicklung von neuen Industriezonen wie etwa dem aufstrebenden Habiganj Distrikt werden genau verfolgt.

Das Projekt

Das «SARTAHI»-Projekt ermöglicht Textilarbeiterinnen und Arbeitern Zugang zu lokalen Banken, damit sie als Kontoinhaber und Kunden Finanztransaktionen durchführen können. Das Projekt unterstützt die Partner-Banken das «Agent-Banking-Modell» voranzutreiben. Dieses Geschäftsmodell bietet Finanzdienstleistungen an Standorten an, die für die Textilarbeiter leicht zu erreichen sind: Verkaufsstände in der Nähe der Fabrik, Kiosks, Mini-Filialen, Geldautomaten etc. Im Vergleich zum kostenintensiven Ausbau eines Geschäftsstellen-Netzes, ist das «Agent-Banking-Modell» günstiger und ermöglicht es den Banken Dienstleistungen für eine Bevölkerungsgruppe anzubieten, die vorher als nicht bankfähig «unbankable» gegolten hatte. Die Banken können die beweisgestützten Ergebnisse der Pilotphase nutzen, um die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen für das untere Einkommenssegment in Bangladesch effizient und im richtigen Umfang zu gestalten. Zudem arbeitet Swisscontact mit internationalen Einkäufern wie z.B. GAP zusammen, um ihre Vertragsfabriken bei der Digitalisierung ihres Lohnsystems zu unterstützen. Dieses bildet die Grundlage für formelle Finanzdienstleistungen.


Resultate

Erwartete Resultate

Textilfabriken führen in Zusammenarbeit mit internationalen Einkäufern ein digitalisiertes Lohnsystem ein:

  • 30 Fabriken arbeiten mit 3 Partnerbanken zusammen, um ihr Lohnzahlungssystem zu digitalisieren.
  • 60’000 Textilarbeiterinnen und Arbeiter verfügen über formelle Lohnkonten.

Zusammenarbeit mit Banken beim Ausbau des Serviceangebots für Menschen die in der Textilindustrie arbeiten:

  • 30 Banking-Outlets (Mini-Filialen, Verkaufsstände, Kiosks, Geldautomaten) sind etabliert, um einen nachhaltigen Zugang der Fabrikarbeiterinnen zu Finanzdienstleistungen zu gewährleisten.
  • 200’000 Menschen profitieren von zielgruppengerechter Beratung & breiten Infokampagnen.
  • 30’000 Menschen profitieren von Mikrokrediten und anderen Finanzprodukten.

Institutionalisierung des «Agent-Banking» durch Bangladesh Bank:

  • Bangladesh Bank hat einen effizienten Genehmigungsprozess für Agent Outlets institutionalisiert



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