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Projekt zur Förderung beruflicher Kompetenzen (VSDP)

Während der Übergang Myanmars zur Demokratie mit der gewählten Partei der National League for Democracy (NLD) seit 2015 voranschreitet, gilt das Land als die letzte Grenze Südostasiens und hat an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) angezogen. Trotz der Änderungen in der Investitionspolitik bleibt der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften nach wie vor eines der wichtigsten Hindernisse für Investitionen im In- und Ausland.

Myanmars Rang im «Ease of Doing Business Index» der Weltbank bewegte sich zwischen dem 170. und 171. Platz von 190 im Zeitraum 2015-2019. Mit einer Armutsquote von 32,1% (Asia Development Foundation: regionale Armutsdaten 2015) sind die Förderung der Qualifizierung von Arbeitskräften und die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für die unterversorgte Bevölkerung in Südostasien für die integrative wirtschaftliche Entwicklung des Landes von wesentlicher Bedeutung.

In Myanmar gibt es nach wie vor aktive Konfliktgebiete. Trotz der Bemühungen, Frieden zu schaffen, und Initiativen wie das landesweite Waffenstillstandsabkommen bleiben Konflikte und Unruhen bestehen, und die Krise im Staat Rakhine im Jahr 2017 hat zu einem Massenflucht von Flüchtlingen geführt, die die Grenze nach Bangladesch überschreiten.

Jahrzehntelange unzureichende Investitionen in Bildung und Ausbildung in Myanmar haben dazu geführt, dass es den Absolventen an Fähigkeiten mangelt, um die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes effektiv zu erfüllen. Der erhebliche Mangel an angemessen qualifizierten Arbeitskräften im ganzen Land wird als ein wesentlicher Faktor angesehen, der das Wachstumspotenzial der Wirtschaft hemmt. Um seine Wirtschaft zu unterstützen, braucht Myanmar engagierte, erfahrene und qualifizierte Arbeitskräfte.

Um dies zu erreichen, müssen die Qualität und der Zugang zur technischen und beruflichen Bildung (TVET) verbessert werden, insbesondere für diejenigen mit begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten. Dies trägt nicht nur dazu bei, den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, sondern auch zu einem integrativeren Wirtschaftswachstum und hemmt die wirtschaftlichen Treiber für Konflikte. Verstärkte öffentlich-private Partnerschaften in der beruflichen Bildung sind auch für die Umsetzung von Strategien, Qualifikationsstandards und Ausbildungsinitiativen, die den Bedürfnissen des Marktes entsprechen, von wesentlicher Bedeutung. Die Regierung Myanmars hat diese Notwendigkeit erkannt und die Berufsbildung als einen Schwerpunkt für die Entwicklung des Landes identifiziert.

Das Projekt

Das Programm zur Entwicklung beruflicher Kompetenzen (VSDP) wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziert. In Myanmar wird es von einem Konsortium unter der Leitung von Swisscontact (Schweizerische Stiftung für Technische Zusammenarbeit) in Zusammenarbeit mit INBAS (Institut für Berufsbildung, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik) umgesetzt.

Programmziel: Beitrag zur Verbesserung der Lebenschancen von Frauen und Männern in Zielgebieten und Berufen in Myanmar.

Die VSDP 1 wurde von Februar 2014 bis April 2018 umgesetzt, VSDP 2 wird von Mai 2018 bis April 2022 umgesetzt.

VSDP 2 hat zum Ziel, den Zugang von Frauen und Männern aus benachteiligten Gruppen zu hochwertigen Berufsbildungsprogrammen zu verbessern, die zu Beschäftigung oder Selbständigkeit in der Arbeitswelt führen. Es trägt dazu bei, das System der Berufsbildung zu verbessern und in Myanmar integrativer und relevanter zu gestalten. VSDP 2 arbeitet eng mit dem privaten und öffentlichen Sektor zusammen und richtet sich an die Lernenden, um eine hohe Relevanz der Ausbildung für die Arbeitswelt zu gewährleisten.

VSDP 2 fördert

Qualifikationen für teilurbane und ländliche Gebiete

In den Gemeinden Mon, Kayin und Tanintharyi im Südosten Myanmars werden Lernende aus benachteiligten Verhältnissen, die als Schneider, Verkäufer, Hauswirte, Kosmetiker oder Landmechaniker arbeiten wollen, eine Berufsausbildung erhalten. Die kompetenzbasierten Kurzschulungen werden durch lokale Partner durchgeführt und konzentrieren sich auf Berufe, in denen ein Bedarf an Fachkräften besteht. Technisch qualifizierte lokale Praktiker werden durch das Programm geschult, um die entsprechenden pädagogischen und methodischen Fähigkeiten zu erwerben, um als Trainer für die Lernenden zu fungieren. Die Kombination der Ausbildungskompetenzen des Praktikers mit jahrelanger Praxiserfahrung und hochwertigem Ausbildungsmaterial ermöglicht eine gute Struktur und Praxisorientierung der Berufsausbildung. Das Programm arbeitet in Partnerschaft mit dem Bildungsministerium (MoE) und dem Ministerium für Arbeit, Einwanderung und Bevölkerung (MoLIP) und arbeitet zunehmend mit bestehenden staatlichen Ausbildungseinrichtungen wie staatlichen Fachhochschulen (GTHS) zusammen, um Kurzkurse durchzuführen.

In den gleichen geografischen Gebieten bietet das Programm auch ausgewählten und angehenden Unternehmern die Möglichkeit, verbesserte unternehmerische Fähigkeiten zu erwerben.

Qualifikationen für den Gastgewerbebereich

In Gebieten mit hohen Touristenzahlen wie Bagan, Mandalay, Nay Pyi Taw und Yangon konzentriert sich das Programm auf die Berufsausbildung in Hotelberufen. Das Programm baut die Kapazitäten der Hotelbetreuer so aus, dass sie sowohl ihr eigenes Hotelpersonal als auch Gruppen von Lernenden aus benachteiligten Verhältnissen schulen können. Während das Programm zunächst die Kapazitäten der Hotelbetreuer durch eigene Trainer aufbaut, überträgt es diese Aktivitäten auf lokale Partner im Rahmen von VSDP 2. Darüber hinaus nutzt es eine angepasste Version dieses Trainingsansatzes auch zur Durchführung von Hospitality-Trainingskursen in teilurbanen Gebieten in ausgewählten aufstrebenden Tourismusdestinationen im Südosten des Landes. Das Programm arbeitet mit dem Ministerium für Hotel und Tourismus (MoHT) zusammen, um seine Kapazitäten für die berufliche Aus- und Weiterbildung in Myanmar sowie die Integration von Gastgewerbetreibenden in die ASEAN zu unterstützen.

Duale Lehrlingsausbildung

In Bereichen mit höherem Fachkräftebedarf arbeitet das Programm mit lokalen und internationalen Unternehmen und relevanten öffentlichen Institutionen zusammen, um die duale Lehrlingsausbildung nach dem schweizerischen dualen Berufsbildungsansatz umzusetzen, der sowohl on- als auch off-the-job stattfindet. Das Programm setzt derzeit in Mandalay und Yangon Lehrstellen für die auf dem Markt stark nachgefragten Berufe Koch- und Landmaschinenmechaniker ein. Die teilnehmenden Auszubildenden werden vom Unternehmen unter Vertrag genommen und erhalten ein Gehalt. Sie werden von firmeneigenen Trainern am Arbeitsplatz sowie ausserhalb des Arbeitsplatzes geschult, um ihre praktischen Fähigkeiten, ihr theoretisches Verständnis und ihre Lebenskompetenz zu verbessern. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Auszubildenden die Ausbildung mit guten technischen Fähigkeiten abschliessen und bereit sind, einen höheren Arbeitsplatz anzunehmen.

Politik und Einbeziehung der Interessengruppen

Das Projekt arbeitet mit der Regierung von Myanmar, Interessengruppen des Privatsektors und anderen Entwicklungspartnern zusammen, um die Harmonisierung der Aktivitäten im Zusammenhang mit der beruflichen Bildung zu verbessern. Sie nutzt evidenzbasierte Erfahrungen, um Beiträge zu Diskussionen über Politik und Regierungsstrategien im Zusammenhang mit der beruflichen Bildung im Land zu liefern. Sie arbeitet auch mit öffentlichen und privaten Interessengruppen in ausgewählten Staaten und Regionen zusammen, um die Koordinierung der Aktivitäten zur Kompetenzentwicklung zu fördern, Informationen über den lokalen Arbeitsmarkt zu sammeln und Prioritäten zu ermitteln, die durch die berufliche Bildung angegangen werden könnten.

Die VSDP 2 arbeitet weiterhin direkt mit der National Skills Standards Authority (NSSA) unter dem Ministerium für Arbeit, Einwanderung und Bevölkerung (MoLIP) zusammen, um die Entwicklung und Umsetzung eines nationalen Systems für die Prüfung und Zertifizierung von Fähigkeiten zu unterstützen. Dieses System soll es jedem Fachmann ermöglichen, sich in seinem gewählten Beruf auf der Grundlage national anerkannter Qualifikationsstandards theoretisch und praktisch zu prüfen.
Während der gesamten Projektarbeit fördert das VSDP 2 die Möglichkeiten für Frauen und Männer, sowohl ihre technischen als auch ihre Lebenskompetenzen zu verbessern, damit sie Zugang zu besseren Verdienstmöglichkeiten haben und stärker befähigt werden. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Umsetzungspartnern, die Übertragung von Trainingskompetenzen auf Praktiker und Aufsichtspersonal in Unternehmen sowie private und öffentliche Bildungsanbieter und die Bereitstellung evidenzbasierter Beiträge zum Dialog über das gesamte Berufsbildungssystem in Myanmar trägt das VSDP 2 zur Verbesserung der Relevanz und Qualität der Berufsbildung in Myanmar bei. Das Projekt berücksichtigt die Grundsätze der Gleichstellung der Geschlechter und der sozialen Eingliederung und verfolgt bei der Planung und Durchführung aller seiner Aktivitäten einen konfliktsensitiven Ansatz.

Resultate

  • 15.000 Frauen und Männer mit benachteiligtem Hintergrund werden gestärkt und profitieren von verbesserten Lebenschancen.
  • 650 Hotelbetreuer und 50 Praktizierende oder Studenten der staatlichen technischen Fachhochschule verfügen über die notwendigen Fähigkeiten, um als Trainer zu fungieren.
  • Lokale Implementierungspartner sind befähigt, marktrelevante Berufsbildungsmaßnahmen zu managen und effektiv durchzuführen.
  • Unternehmen und staatliche Ausbildungseinrichtungen arbeiten zunehmend zusammen, um die duale Lehrlingsausbildung umzusetzen.
  • Evidenzbasierte Beiträge haben zu Diskussionen über relevante staatliche Politiken und Strategien der beruflichen Bildung beigetragen.
  • In Zusammenarbeit mit relevanten Interessengruppen wurden Qualifikationsstandards für ausgewählte Hotelberufe entwickelt.

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