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Öko-Quartiere (EcoVecindarios): E-Waste-Recycling, Abwassermanagement und Grüne Wirtschaft

Boliviens Wirtschaft wächst stetig und die Armutsrate sinkt erfreulicher Weise. In der Folge werden aber steigende Mengen an Spezialabfällen und Abwässer registriert, welche die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung belasten. Das Abwassermanagement und das Recycling von Spezialabfällen ist noch stark unterentwickelt. Stark verschmutztes Abwasser gelangt unbehandelt in natürliche Gewässer und wird zur Bewässerung wiederverwendet. Die Stadtbehörden stehen unter dem Druck, diese Herausforderungen anzugehen. Deshalb unterstützt Swisscontact die lokalen Akteure, praktische Lösungen für das Recycling- und Abwassermanagement umzusetzen.

Das Projekt

Das Projekt begleitet seit vielen Jahren die lokalen Behörden und KMUs bei der marktorientierten und effizienten Gestaltung des Abfallwesens. Die aktuelle Projektphase (2017-18) fokussiert auf die getrennte Sammlung und Wiederverwertung von Elektroschrott und Speiseöl, sowie die Bewirtschaftung von Abwässern grosser öffentlicher und gewerblicher Emittenten in drei grossen bolivianischen Städten La Paz, Cochabamba und Santa Cruz. Es geht insbesondere auch darum, umweltfreundliche Geschäftsmodelle zu unterstützen, z.B. von informellen Autowäschereien, die ihr Abwasser behandeln und wiederverwerten.

Dabei werden Unternehmen und Haushalte einerseits auf den Umgang mit Spezialabfällen und Abwasser sensibilisiert. Andererseits werden Behörden und Unternehmen in der technischen Umsetzung beraten. Sie werden unterstützt, die Sammlung, Verwertung und Entsorgung von Spezialabfällen effizient und im Zusammenspiel von Privaten mit der öffentlichen Hand zu organisieren. Beim Abwasser stehen der sorgsame Umgang mit der Ressource Wasser, die Wiederverwendung von Brauchwasser sowie die Entwicklung von kleineren Pilot-Kläranlagen für öffentliche und private Institutionen im Zentrum.

Ziele 2017-2018

  • Begünstigte 3 Gemeinden (La Paz, Cochabamba, Santa Cruz)
  • 4'500 Haushalte und 30 ressourcenintensive Betriebe
  • 9 private Entsorgungs- und Recyclingunternehmen werden in den Bereichen Management und Prozesse gestärkt

Output und Wirkung

  • 4'500 Haushalte trennen per 2018 Spezialabfälle
  • 30 ressourcenintensive Betriebe (auch staatliche Stellen) trennen per 2018 ihre Spezialabfälle
  • In den Entsorgungsunternehmen werden 30 Arbeitsplätze verbessern (decent jobs) und 6 neue Voll¬zeit¬stellen geschaffen. Ihr Verkaufs¬volu¬men steigt um 10%.
  • Die Unternehmen kaufen, verwerten und verkaufen 350 Tonnen Elektrogeräte & elektronische Teile und 200'000 Liter Speiseöle
  • 3'500 Haushalte befolgen gute Praktiken in der Wassernutzung/ Abwasserreduktion
  • Es werden 6 kleine Kläranlagen sind entwickelt
  • Mind. 20 ressourcenintensive Unternehmen behandeln per 2018 ihre Abwässer
  • Bis 2018 sind insgesamt ca. 600 Mio. Liter Abwasser gereinigt.
  • Davon werden 10% für industrielle Prozesse wiederverwertet.

Projektaktivitäten

  1. Informationskampagnen für Bevölkerung und ressourcenintensive Betriebe
  2. Unterstützung der Gemeinden bei der Implementierung eines Managements von Spezialabfällen und von Abwässern
  3. Förderung von verbesserten Serviceleistungen der Recyclingfirmen Implementierung innovativer Lösungen zur Abwasseraufbereitung
  4. Förderung innovativer Ideen im Bereich Recycling und Abwasserbehandlungvon kleinen und mittelgrossen Unternehmen
  5. Unterstützung bei der Einführung rechtlicher Rahmenbedingungen auf lokaler und nationaler Ebene
  6. Stärkung der Projektpartner durch gezielte technische Aus- und Weiterbildung

Resultate

Resultate 2017

  • Dank Sensibilisierungen trennten Ende 2017 fast 200 Betriebe und fast 600 Haushalte ihre Spezialabfälle und über 900 Haushalte gehen sparsamer mit ihrem Wasser um und verwerten Brauchwasser wieder.
  • 4 kleine Unternehmen wurden unterstützt, ihre grünes Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Insgesamt unterstützt das Projekt nun 38 grüne Unternehmen mit 79 Arbeitsplätzen.
  • 116 t gesammelte und ordnungsgemäss entsorgte Elektro- und Elektronik-Altgeräte
  • 297 t CO2-Äquivalent reduziert durch die Wiederverwertung von Altöl.
  • 2 Modell-Kläranlagen umgesetzt und dokumentiert
  • 8 Verordnungen auf nationaler und kommunaler Ebene gemeinsam mit den entsprechenden Behörden entwickelt

Projektfortschritte zwischen 2013-2016 (Fokus: Abfallentsorgung)

  • Zwölf Gemeinden haben ihr Abfallsystem verbessert
  • Die Stadtverwaltungen und ihre Vertragspartner investierten USD 11 Mio. in die Verbesserung des Abfallmanagements.
  • 170'000 Haushalte Trennen ihren Müll
  • 38 innovative “grüne” Recyclingunternehmen wurden gestärkt, welche ca. 400'000 USD in den Abfallsektor investierten.
  • Aus dem Abfall konnten 17’000 Tonnen an wiederverwertbarem Rohstoff gewonnen werden. Dieser hatte ein Verkaufswert von über USD 2.3 Mio.
  • Über 50'000 Tonnen organische Abfällen wurden kompostiert.
  • Die Einbindung von informellen Abfallsammlern (sog. «Ecorecolectores») wurde unterstützt
  • Über 500 Mitarbeitende der Behörden wurden im Abfallmanagement ausgebildet, darunter 126 Frauen
  • 519'000 Haushalte wurden sensibilisiert und zahlreiche Kampagnen in Schulen wurden durchgeführt
  • Es wurden 140 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon viele für Frauen
  • Das Projekt unterstützte innovative online Handelsplattformen für wiederverwertbare Abfälle
  • 45'000 Tonnen an Treibhausgasemissionen wurden eingespart (CO2).

Projektpartner

  • DEZA
  • Stiftung Corymbo
  • Stiftung Drittes Millennium

Projektländer

  • Bolivien

Projektdauer

2017 - 2018

Finanzierung

  • DEZA
  • République et canton de Genève, Bureau de la Solidarité Internationale

Arbeitsthema

Umwelt

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