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Inclusive Finance Programme (IFP)

Obwohl der „Financial Access Survey“ des IMF für 2018 bestätigt, dass es in Subsahara-Afrika eine positive Entwicklung beim Zugang zu Finanzprodukten und -dienstleistungen gibt, sind nach wie vor viele Menschen vom formalen Finanzmarktsystem ausgeschlossen. Subsahara-Afrika umfasst 48 Länder. 47% der Bevölkerung leben von weniger als $ 1,90 pro Tag (Weltbank 2018). In beträchtlichem Ausmass ist dies auf einen begrenzten Zugang zu Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen zurückzuführen. Beispielsweise geniesst alleine in Kenia ein Viertel der Bevölkerung bzw. rund 10 Millionen Menschen Zugang zu gerechten Kredit- bzw. Sparmöglichkeiten. Ähnliche Tendenzen können in Uganda und Tansania beobachtet werden. In allen drei Ländern verdient die Mehrzahl der Menschen ihren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft und sind vor allem Subsistenzbäuerinnen und -bauern. Dieser Wirtschaftszweig sieht sich mehreren Herausforderungen gegenüber, darunter Ernten mit geringen Erträgen, unbeständigen Witterungsbedingungen, die wiederholt zu Dürreperioden und Überflutungen führen, sowie einem unzureichenden oder fehlenden Zugang zu den lokalen Märkten. Ohne Zweifel bestehen Wissenslücken beim Zugang zu Finanzierungen. Die Mehrzahl der Bevölkerung – besonders die Ärmsten – haben aufgrund des Nichtvorhandenseins einer Bonitätsgeschichte, finanziellem Analphabetismus, diversen politischen Massnahmen oder auch der geografischen Distanz der Einrichtungen keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Das Projekt

Dadurch, dass die Grenze für Bankgeschäfte nunmehr unter die Armutsgrenze verschoben wurde, kam es zu einer Verbesserung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie Kleinstunternehmer, was deren wirtschaftliche Aktivitäten verstärkt. Mit ihren eigenen Ersparnissen und Mikrokrediten können die Zielgruppen besser auf Schwankungen ihrer Einkommen reagieren, sich vor Krisensituationen wie Krankheit und Ernteausfällen schützen und auch ihre unternehmerischen Kompetenzen aufbauen. Im Rahmen des Programms werden innovative Finanzprodukte umgesetzt, die auf die Bedürfnisse der benachteiligten Bevölkerungsgruppen zugeschnitten sind. Dadurch konnten sich die Einkommen und die Lebensqualität der Begünstigten signifikant verbessern. Ferner werden im Rahmen des Programms die Kompetenzen der Angestellten im Finanzdienstleistungssektor entwickelt, wodurch sich die Professionalität und Diversität in dieser Branche verbessert.

Im Rahmen des Programms wird auch ein Kompetenzzentrum installiert, das Beratungen über Finanzdienstleistungen für andere Projekte in der Region anbietet, deren Zielgruppe Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, KKMU, Jugendliche in Ausbildungsmassnahmen sowie Wohnkooperativen umfasst.

Programmziele 2017-2020

  • 11’200 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern (davon beinahe 50% Frauen) erhalten Zugang zu Finanzdienstleistungen.
  • 900 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern profitieren von innovativen Finanzprodukten, Regelungen betreffend Lagerscheine, Mikroversicherungen und Vertragslandwirtschaft.
  • 1’400 Mikrofinanzexperten erwerben marktspezifische Kompetenzen und ein Zertifikat. 980 dieser Experten werden im Finanzsektor angestellt oder beschäftigt.

⇒ Durch das Erlernen von Kompetenzen für den Finanzsektor und Zugang zu Finanzdienstleistungen können 70% der Begünstigten ihre Einkommen erhöhen.

Programmaktivitäten

  1. Entwicklung von Spar- und Kreditgruppen in den Gemeinden. Dieses Programm bietet Einsteigerwissen auf dem Gebiet der Finanzen und Zugang zu Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen. Die Mitglieder der Gemeinden organisieren sich in Gruppen (Mavuno genannt) und erhalten eine Basisausbildung sowie Kontakte zu formalen Finanzeinrichtungen.
  2. Entwicklung von Mikrofinanzeinrichtungen (MFIs)/Spar- und Kreditgenossenschaften (SACCOs). Das Programm fördert die Verbesserung von institutionellen Systemen, Prozessen und den Kompetenzen der Beschäftigten mit dem Ziel der Verbesserung der Serviceerbringung. Aufgrund ihrer ausgeweiteten Kapazitäten sind die unterstützten MFIs/SACCOs in der Lage, zu einer Stärkung der Sensibilität beizutragen und den Gruppen der Begünstigten massgeschneiderte hochwertige Finanzprodukte und -dienstleistungen anzubieten.
  3. Förderung des Zugangs zu Produktionsvermögen. Im Rahmen des Programms wird das Capacity Building der Partner gefördert mit dem Ziel, Microleasing-Produkte zu entwickeln; ferner werden Ausbildungsmassnahmen für Unternehmen angeboten, um den Erwerb und den Einsatz von Produktionsvermögen anzukurbeln und derart deren Aktivitäten auszubauen, deren Nettoeinkommen zu steigern und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Erfahren Sie hier mehr über Microleasing.
  4. Entwicklung von Kompetenzen im Zusammenhang mit Mikrofinanzen. Das Programm zielt darauf ab, den Zugang zum Finanzsektor dadurch zu intensivieren, dass die Humanressourcen im Mikrofinanzsektor mit den entsprechenden Kenntnissen und Fähigkeiten ausgestattet werden. Dies versetzt sie in die Lage, geeignete Produkte und Dienstleistungen für die von Finanzierungen ausgeschlossenen Personengruppen zu entwickeln. Damit erlangen die Beschäftigten vertieftes Expertenwissen über die Entwicklung und Vermarktung von hochwertigen Produkten und Dienstleistungen für die von Finanzierungen ausgeschlossenen Personengruppen, was wiederum den Zugang zum Mikrofinanzsektor intensiviert.
  5. Erneuerung und Erprobung neuer Produkte und Dienstleistungen für den Finanzsektor. Swisscontact bietet Unterstützung bei der Entwicklung und dem Einsatz innovativer Produkte und Dienstleistungen zur Steigerung der Effizienz und Wirksamkeit des Unternehmenssektors, zur Erhöhung der Einkommen und Widerstandskraft sowie zur Kostenreduktion: Lagerscheinsystem, Mikroversicherungen, Vertragslandwirtschaft.

Resultate

Fortschritte im Rahmen des Programms 2017

  • 3’917 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie Kleinstunternehmer (davon 2’430 Frauen) in Kenia und der Kilimandscharo-Region Tansanias erhielten Zugang zu Finanzdienstleistungen und -produkten. Ausserdem erhielten 5’636 indirekt Begünstigte (davon 2’624 Frauen) durch die unterstützende Funktion des Programms für andere Projekte in Kenia, Tansania und Uganda Zugang zum Finanzsektor.
  • Über die Mavuno Spar- und Kreditgruppen sowie Kontakte mit formalen Finanzdienstleistern konnten 1’298 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Kenia und der Kilimandscharo-Region Tansanias Gesamtersparnisse in der Höhe von CHF 54'046 mobilisieren und erhielten Zugang zu Krediten im Wert von CHF 187’138.
  • Sechs potenzielle Mikrofinanzpartner wurden bezüglich ihrer Teilnahme an der Entwicklung eines Basislehrplans (Einkauf und Input) evaluiert.

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