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Zeit für die richtigen Fragen – ein Kommentar von Samuel Bon, CEO von Swisscontact

Dass COVID-19 die Welt nachhaltig prägen und verändern wird, ist klar. Auch klar ist: In Entwicklungsländern werden die Folgen um vieles gravierender und langfristiger sein. Die 17 Entwicklungsziele der Agenda 2030 rücken somit in weite Ferne, wenngleich sie gerade in dieser Situation eine noch viel grössere Dringlichkeit und Relevanz erhalten. Auf dem Weg in eine globale Rezession darf die Agenda 2030 nicht vergessen werden. Nur wenn die internationale Gemeinschaft die Entwicklungsziele weiterverfolgt, können wenigstens die schlimmsten Folgen der Krise gedämpft werden. Und das bedingt, dass wir die richtigen Fragen stellen.

Viele Entwicklungsländer reagierten rasch auf die Pandemie: Innerhalb kürzester Zeit wurden Schulen und Geschäfte geschlossen und Ausgangssperren erlassen. Die Regierungen wissen, wieviel (oder wie wenig) ihren Gesundheitssystemen zuzumuten ist und haben diese Entscheidung sicher nicht leichtfertig gefällt. Wir sehen das in Lateinamerika genauso wie in Asien und Teilen Afrikas. Andererseits treffen diese Massnahme die Ärmsten besonders hart. Bilder wie die der hunderttausenden von Tagelöhnern in Indien, die nun vor dem Nichts stehen, gibt es auch aus anderen Ländern. 

 

Arbeitslosigkeit und Hunger 

 

Bereits sehr fragile Wirtschaftssysteme laufen nun Gefahr, zusammenzubrechen. Viele Menschen werden ohne Einkommen sein. Sie werden kein Geld haben für Nahrungsmittel, Obdach und medizinische Leistungen. Das birgt Potenzial für Unruhen, Konflikte und Migrationsströme. Damit die Dimension verständlich ist: Von Anfang Januar bis Mitte März sind bisher 100 mal so viele Menschen an Hunger gestorben wie an COVID-19. Aufgrund der Stagnation der globalen Wirtschaft werden es noch viel mehr sein. Sich darum zu kümmern, ist eine ebenso globale Aufgabe wie die Bekämpfung des Virus.

 

Krisen-Resilienz stärken

 

Um die Agenda 2030 unter den heute gegebenen sehr anspruchsvollen Bedingungen umsetzen zu können, braucht es dringend neue, innovative Ansätze. Für die Entwicklungszusammenarbeit bedeutet dies: Sie muss diese Folgen nun aktiv antizipieren und Lösungen suchen, um das Schlimmste zu vermeiden. Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung wissen die Akteure der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, wie in den Partnerländern ein systemischer Wandel hin zu mehr Krisen-Resilienz angestossen werden kann. 

 

Neue Wege der Entwicklungszusammenarbeit

 

COVID-19 zwingt gar zu solchen Innovationen. Entwicklungsprojekte basieren auf der Umsetzung vor Ort. Nun gehen sie mit grosser Geschwindigkeit neue Wege, indem sie die Möglichkeiten des virtuellen Austauschs ausloten. Doch in vielen Ländern ist die überall gepriesene digitale Transformation schwierig zu bewerkstelligen. Zumeist fehlen die notwendige Infrastruktur oder die finanziellen Mittel. Innovation ist darum gerade auch dort gefragt, wo es kein Breitbandinternet gibt und Strom nur für einige Stunden pro Tag verfügbar ist. Insbesondere in Afrika müssen neue Wege gefunden werden. Vorrangig ist hier, mobile Technologien und dabei vor allem die mobile Telefonie zu nutzen – sei es für COVID-19-relevante Sensibilisierungskampagnen oder aber auch etwa zur Aufrechterhaltung des lokalen Zahlungsverkehrs.  

 

Wir haben für Sie einige erste Ansätze zur Bewältigung der Krise aus den Projekten von Swisscontact zusammengestellt:

 

Mehr Solidarität für Stabilität

 

In diesen Zeiten, in denen sich nun alle Gesellschaften und Regierungen vor allem nach innen richten, wird es umso wichtiger sein, die globalen Zusammenhänge nicht aus den Augen zu verlieren. Die internationale Zusammenarbeit wird nun beweisen müssen, dass sie durch die Krise noch effektiver, nachhaltiger und breitenwirksamer werden kann. Alle staatlichen und privaten Organisationen der internationalen Zusammenarbeit sind nun gefordert, aktiv nach Lösungen zu suchen. Das ist nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch eine der globalen Stabilität. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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