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Uganda, Ruanda und Indonesien: soziale Netzwerke verstehen lernen

Swisscontact sammelt vielfältige Erfahrungen in der Analyse sozialer Netzwerke. Zwei Beispiele zeigen, wie die soziale Netzwerkanalyse in ganz unterschiedlichen Themengebieten und Kontexten angewendet werden kann.

Wir kennen die Redewendung: «Erfolg hängt nicht davon ab, was man weiss, sondern wen man kennt.» Empirische Untersuchungen bestätigen, dass besser vernetzte Personen mehr verdienen, vernetzte Unternehmen an mehr Aufträge kommen. Im Bereich der Entwicklung belegen Studien die wichtige Rolle sozialer Netzwerke bei der Verbreitung von Innovationen und der Akzeptanz neuer Ideen.

Computergestützte Rechenleistungen und bessere statistische Modelle erleichtern heute die Durchführung einer sozialen Netzwerkanalyse. Eine solche Analyse hilft zu verstehen, wie die verschiedenen Akteure miteinander verbunden sind und visualisiert diese Beziehungen. Swisscontact testet derzeit verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung der Social Network Analyse in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Netzwerkanalysen von unternehmerischen Ökosystemen

Ob eine Unternehmensgründung erfolgreich ist oder nicht, hängt nicht allein vom Gründer oder der Gründerin ab. Aus der Forschung weiss man, dass gute Netzwerke essenziell sind für den Erfolg von Start-ups. Je dichter das Netz, je stärker das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren, desto einfacher ist es für junge Unternehmerinnen und Unternehmer, in jeder Phase des Firmenwachstums die Unterstützung zu finden, die sie weiterbringt.


Mit sozialen Netzwerkanalysen lässt sich nicht nur bestimmen, welche Akteure sich in einem unternehmerischen Ökosystem bewegen, sondern auch, welche Beziehungen zwischen ihnen bestehen. Neben den Start-ups sind dies auch Investoren, Accelerators und Inkubatoren, die Community etc. Projekte, die das Unternehmertum fördern, müssen auch ein solides Verständnis davon haben, wie und wann verschiedene Akteure miteinander interagieren. Erst dann können sie effektive Massnahmen planen.


Im Rahmen des Credit Suisse – Swisscontact Programms hat Swisscontact diesen Ansatz in Uganda und Ruanda mit vielversprechenden Ergebnissen umgesetzt. Die soziale Netzwerkanalyse hat sich dabei nicht nur als starkes Analyseinstrument zur besseren Beurteilung und zum Verständnis von Start-up-Ökosystemen erwiesen, sondern auch als hervorragendes Instrument, um das Engagement der Beteiligten Akteure zu aktivieren.


Swisscontact entwickelt derzeit ein Open-Source-Toolkit für die zukünftige Implementierung von sozialen Netzwerkanalysen. Andere Organisationen sind dazu eingeladen, das Instrument weiterzuentwickeln und es in weiteren Städten und Regionen zu replizieren.

Wie Bäuerinnen und Bauern Innovationen weitergeben

In Indonesien arbeitet Swisscontact seit 2018 gemeinsam mit der University of Sydney daran, Netzwerke von Kakaobauern mittels einer sozialen Netzwerkanalyse zu untersuchen. Swisscontact hat dort im «Sustainable Cocoa Production Programme» (SCPP) 150'000 Bäuerinnen und Bauern in guten landwirtschaftlichen Praktiken (Good Agricultural Practices – GAP) geschult. Sie alle sind Teil informeller Netzwerke für den Informationsaustausch. Das Ziel der laufenden Analyse ist es, die Netzwerke der ausgebildeten Bäuerinnen und Bauern zu kartieren, um zu verstehen, wie sie Informationen und Technologien austauschen. Anschliessend kann Swisscontact Strategien empfehlen, um die Einführung und Verbreitung von neuen Methoden innerhalb dieser Netzwerke zu erleichtern. Damit ist gewährleistet, dass genau die Methoden ausgewählt werden, welche für die Bauernbetrieben am hilfreichsten sind. Durch die Verbesserungen im Anbau können sie produktiver und profitabler produzieren und letztlich ihre Lebensbedingungen verbessern.


Das SCPP ist ein Projekt des SECO, das Swisscontact in enger Zusammenarbeit mit dem Privatsektor umsetzt.

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