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Neue Berufsbildungsoffensive im Tschad - Wichtigstes Ziel ist es, die Beschäftigungsfähigkeit der Jugendlichen voranzutreiben.

Seit September 2017 ist Swisscontact neu im Tschad mit dem Projekt «Ausbildung und Eingliederung von Jugendlichen in die Arbeitswelt» präsent. Ziel ist es, eine möglichst grosse Anzahl nicht ausreichend ausgebildeter Jugendlicher mittels Berufsbildung zu fördern, so dass sie Zugang zum tschadischen Arbeitsmarkt erhalten.

Der Tschad ist ein riesiges Binnenland im Herzen Afrikas und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Auch das Bildungsniveau im Tschad ist eines der niedrigsten südlich der afrikanischen Sahara.
Der tschadische Arbeitsmarkt wird vom informellen Sektor mit rund 95% Beschäfigungsanteil dominiert und kann die steigende Zahl der unzureichend ausgebildeten Jugendlichen nicht aufnehmen.

Neubelebung und Reform des Berufsbildungssektors
Das Programms soll die Bemühungen der tschadischen Regierung zur Neubelebung und Reform des Berufsbildungssektors im Einklang mit verschiedenen laufenden nationalen Politiken und Strategien unterstützen. Wichtigstes Ziel ist es, die Beschäftigungsfähigkeit der Jugendlichen voranzutreiben. Gefördert werden daher technische und betriebswirtschaftliche Fertigkeiten, die den Übergang ins Berufsleben oder die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit unterstützen. Darüber hinaus wird das Programm Konzepte für die berufliche Aus- und Weiterbildung entwickeln, die die Anforderungen des lokalen Marktes, aber auch minimale Standards bezüglich Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit erfüllen.
Dieses Projekt «Formation et Insertion des jeunes au Tchad (FORMI)» der DEZA wird gemeinsam von Swisscontact und Caritas umgesetzt.

Dazu Ulrich Stucki, Swisscontact Regionaldirektor Nord- und Westafrika
Wie kann die neue Bildungsinitiative den Tschad unterstützen, sich aus der Fragilität zu befreien?
Grundsätzlich gibt es keinen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Berufsbildung und Fragilität. Fragilität hat sehr viele Facetten. Die Berufsbildung ist allerdings ein Puzzleteil in einer langen Reihe von lokalen Entwicklungsmassnahmen, die einen Schritt in Richtung Stabilisierung bieten können. Vor allem wirken langfristig angelegte Berufsbildungsmassnahmen ausgleichend auf die verschiedenen gesellschaftlichen Interessen.


Wieso hat sich Swisscontact entschieden, in diesem schwierigen Umfeld zu arbeiten? Was sind die besonderen Herausforderungen?
Es ist die logische Ergänzung und Fortsetzung zu unseren zahlreichen Berufsbildungsprogrammen in der Sahel-Region. Wir finden ähnliche Rahmenbedingungen wie in den Nachbarländern vor. Dies erlaubt es uns, unsere Projektansätze im Rahmen der nationalen Politik für Wirtschaftswachstum und langfristiger Armutsminderung auch im Tschad zu verankern.
Natürlich sehen wir uns mit gewaltigen sozioökonomischen Herausforderungen konfrontiert. Doch gerade diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen, denn sie sind Realität. Die Berufsbildung steckt im Tschad noch in den Kinderschuhen. Das hochkomplexe Projekt muss einen gesellschaftlich tragfähigen Konsens erarbeiten, damit ein möglichst hoher Anteil der benachteiligten Bevölkerung Zugang zu Bildung erhält. So kann sich ein gesundes und nachhaltiges Unternehmertum etablieren. Unsere Fachkräfte in der Projektumsetzung müssen über ein sehr hohes Mass an Flexibilität verfügen, einen langen Atem haben und ein interkulturell angespanntes Umfeld aushalten.


Kann die technische Entwicklungszusammenarbeit auf dem noch schwachen wirtschaftlichen Fundament ihre Wirkung entfalten?
Nach dem Ende des Ölbooms stehen dem Tschad schwierige wirtschaftliche Zeiten bevor. Unterstützung ist überall nötig: Im humanitären Bereich der Krisenprävention, wie auch zur der Deckung der Grundbedürfnisse, des Aufbaus von Infrastruktur und der Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion. Dabei bietet insbesondere der Süden des Landes Potential für positive Veränderungen. Hier setzen wir mit unserem Projekt an, um der meist jungen Bevölkerung wirtschaftliche Perspektiven zu bieten.

Tschad Beruf

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