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Indonesien unterstützt duale Berufsbildung

«Erfahrung ist die beste Lehrerin», sagt Agus Santoso, Leiter des Studiengangs Lebensmitteltechnik an der staatlichen Polytechnikschule POLIJE in Jember, Indonesien und spricht damit die fehlende Praxis in den Studienfächern an. Das Projekt «Skills for Competitiveness» (S4C) entwickelt zusammen mit Vertretern der Industrie massgeschneiderte Lehrpläne. Die zukünftigen Absolventen werden damit qualifiziert, den Praxisanforderungen der modernen Industrie gerecht zu werden.

Agus Santoso war schon als junger Dozent der Meinung, dass den Studiengängen am indonesischen Polytechnikum POLIJE der Praxisbezug fehlt. Die bisherige Aus- und Weiterbildung in der landwirtschaftlichen Produktionstechnik sei nicht ausreichend für eine qualifizierte Ausbildung von Fachhochschülern.

Agus Santoso ergriff die Initiative und bildete sich neben seiner Lehrtätigkeit im Bereich der Installation von Lebensmittelverarbeitungsanlagen weiter. Das erlaubte ihm, ein Produktionslabor für die Fachhochschule aufzubauen. Dies brachte der Schule grosse Anerkennung durch den Branchenverband ein.

Zusammenarbeit der Fachhochschulen mit Privatunternehmen

Von solchen Einzelinitiativen abgesehen: POLIJE und anderen Fachhochschulen fehlt es an aktuellen, modernen Inputs aus der Industrie: Welche der beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse der Absolventen sind derzeit nachgefragt? Unternehmen aus der Industrie zu identifizieren und sie für die Teilnahme an Workshops zur Lehrplanentwicklung zu gewinnen, ist eines der Hauptmerkmale der DACUM-Methode, die das Projekts «Skills for Competitiveness» (S4C) anwendet. DACUM bedeutet «Develop A CUrriculuM», also die Entwicklung von nachhaltigen Lehrplänen.

Agus Santoso begrüsst die DACUM-Methode: «Nun werden die Lehrpläne für alle Studiengänge mithilfe interner Workshops entwickelt. Ein externer Gutachter unterstützt uns dabei.» Im Laufe seiner 27-jährigen Karriere unterrichtete er bereits sechs Fächer vor nicht weniger als 1’000 Studenten. Er entwickelte mindestens sechs verschiedene, vom Bildungsministerium genehmigte Lehrpläne. «Während jeder Lehrplan seine eigenen Spezifikationen hat, beinhalten alle grundsätzlich den Aufbau von Sozial- und Fachkompetenzen», sagt Agus Santoso. An den bisherigen Lehrplänen kritisiert der Dozent, dass «einige eher dahin ausgerichtet waren, reine Arbeiter wie ‘Roboter’ heranzuziehen, die kaum soziale Fähigkeiten haben». Glücklicherweise wurde dies durch die Einführung zusätzlicher, nicht-technischer Inhalte wie Industriesoziologie, Ethik und Forschungsmethodik verbessert.

Lehrwerkstätte für Fischkonservierung

Da durch DACUM Lehrpläne entwickelt werden, die sich an den Bedürfnissen der Industrie orientieren, plant die Fachhochschule, geeignete Lehrwerkstätten, sogenannte Teaching Factories, für die Studenten einzurichten. Das Projekt S4C bietet derzeit technische Unterstützung für eine neue Teaching Factory in Fischkonservierung am POLIJE.

Neben Vertretern aus der Industrie sind auch die indonesische Regierung, ausgewählte Branchenverbände und der Verband der Polytechniker in das Projekt eingebunden. Zusammen mit den Fachhochschulen arbeiten sie gemeinsam an der Entwicklung und Stärkung eines dualen tertiären Berufsbildungssystems in Indonesien.

S4C wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) finanziert und von Swisscontact im Konsortium mit der Berner Fachhochschule (BFH-CDC) und der Association for Swiss International Technical Connection (SITECO) implementiert.

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