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Entwicklung landwirtschaftlicher Märkte auf den Schwemmlandinseln

Auf den Flussinseln Bangladeschs, den «Chars», leben etwa zwei Millionen Menschen, deren wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten aufgrund der abgeschiedenen Lage beschränkt sind. Swisscontact erkennt das Potenzial für Landwirtschaft und Viehzucht und entwickelt Geschäftsmodelle, die das Wirtschaftswachstum auf den Chars vorantreiben. Dazu gehört vor allem der Zugang zu Finanzdienstleistungen für die Bewohnerinnen und Bewohner der Flussinseln.

Die Chars – Flussinseln, entstanden durch Sedimentation – sind saisonal oder ganzjährig vom Festland getrennt. Ihre Bewohner haben durch die schwierige geografische Lage kaum Zugang zu angemessenen Dienstleistungen für Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft und Finanzen. Dabei verfügen die Flussgebiete über fruchtbare Flächen und bieten damit ein enormes Potenzial für Landwirtschaft und Viehzucht.

Entwicklung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen

Für Mikrofinanzinstitute waren die Haushalte auf den Chars bisher nicht interessant. Dies aufgrund hoher Betriebskosten und Risiken bei der Kreditvergabe. Die Char-Bewohner konnten bisher Geld nur entweder von lokalen Verleihern zu einem hohen Zinssatz leihen oder Kredite mit langer Laufzeit aufnehmen. Um marktgerecht zu investieren, beispielsweise in den Anbau von Nutzpflanzen oder in die Rinderzucht, brauchen diese Bauernbetriebe den Zugang zu geeigneten Finanzprodukten.

Systemischer Ansatz von Making Markets Work for the Chars (M4C)

Das Projekt M4C verhandelte mit Staats- und Geschäftsbanken, mit dem Ziel einer Ausweitung ihres Filialnetzes. Mikrofinanzinstitute werden bei der Gründung neuer Niederlassungen in den Flussgebieten und bei der Entwicklung neuer Produkte, zum Beispiel saisonale Agrarkredite, unterstützt. Diese Finanzinstitute, ausgestattet mit angepassten Produkten und Dienstleistungen für ihre neue Klientel, arbeiten jetzt eng mit Akteuren der Agrar-Wertschöpfungskette zusammen. Damit gewinnen diese Finanzdienstleister Zugang zu einem neuen Kundensegment, welches auch ihnen neue Einnahmequellen eröffnet. Zwischen 2014 und 2018 arbeitete M4C bereits mit fünf Finanzinstituten zusammen. Es wurden saisonale Agrarkredite im Wert von 350 Millionen BDT (ca. 4,2 Millionen CHF) an über 10 000 Haushalte vergeben.

Lessons Learnt

Den Herausforderungen von Mikrofinanzierungen an abgelegenen Standorten begegnete M4C erfolgreich durch die Ermittlung des genauen Zielmarktes (Standort, Kundenprofil, Cashflows), der Entwicklung geeigneter Kreditprodukte (Laufzeit, Kreditgrösse, Raten), die Einrichtung effizienter Prozesse (Kreditnehmerauswahl, Kreditauszahlung, Tilgung) und durch die Aufstellung saisonaler Pläne (Mindestkreditnehmer- und Auszahlungsziel).

 

Durch einen verantwortungsbewussten und transparenten Zugang zu massgeschneiderten Finanzdienstleistungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen erzielt das Projekt eine nachhaltige Wirkung.

 

Making Markets Work for the Chars ist ein Projekt im Auftrag der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie des Ministry of Local Government, Rural Development and Co-operatives in Bangladesch und wird von Swisscontact in Zusammenarbeit mit der Rural Development Academy (RDA) umgesetzt.

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