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60 Jahre Swisscontact: Entwicklungszusammenarbeit im Wandel

Die Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit wird aktuell heftig debattiert. Zum einen ist die Diskussion über die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit stark innenpolitisch geprägt. Zum anderen erfordern die von der UNO definierten Nachhaltigen Entwicklungsziele neue Formen und Strategien der Kollaboration. Für die Branche der Entwicklungszusammenarbeit ist Wandel nichts Neues. Das zeigt die Geschichte von Swisscontact, die dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen begeht.

Die Schweizer Privatwirtschaft soll einen Beitrag an die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika, Asien und Lateinamerika leisten. Mit diesem Ziel gründen Persönlichkeiten der Schweizer Wirtschaft und Wissenschaft 1959 in Zürich die «Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungshilfe». Erster Präsident ist Hans Schindler von der Maschinenfabrik Oerlikon, erster Geschäftsführer ist Botschafter Fritz Real. Im Stiftungsrat nehmen auch Anne-Marie Im Hof-Piguet und Prof. Jacques Freymond Einsitz, die die Stiftung initiiert haben.

 

Seit der Gründung 1959 hat sich die Arbeitsweise stetig verändert, neue Themenschwerpunkte und Partnerländer sind hinzugekommen. Hingegen ist Swisscontact über all die Jahre ihrer Überzeugung treu geblieben, dass eine wirkungsvolle Entwicklungszusammenarbeit stets marktorientiert und wirtschaftsfreundlich sein muss, um nachhaltig zu wirken.

 

Seit 1962 Schweizer Schule für Feinmechanik in Indien

In den 1960er-Jahren setzt sich Swisscontact für die Berufsbildung nach Schweizer Vorbild ein. Sie will so einen Beitrag an die Industrialisierung und die wirtschaftliche Entwicklung in den nach Unabhängigkeit strebenden Entwicklungsländern leisten. 1962 wird in Chandigarh, Indien, die erste feinmechanische Lehrwerkstätte eröffnet. Noch heute werden hier junge Männer und Frauen ausgebildet. Ab 1971 tritt die Stiftung unter dem Namen «Swisscontact» auf.

 

In den 1980er-Jahren entwickelt sich die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen zu einer der Hauptaktivitäten von Swisscontact – von Peru bis Indonesien. Zehn Jahre später unterstützt die Stiftung den Aufbau von Spar- und Kreditgenossenschaften. Swisscontact ermutigt sie, ihr Angebot auf die Bedürfnisse der ländlichen Kundschaft auszurichten. Im Rahmen der Gewerbeförderung rücken vermehrt auch Umweltfragen in den Fokus.

 

Auch die Armen sind wirtschaftliche Akteure

Bevölkerungsschichten besser in die Wirtschaft einzubinden. Der Ansatz «Inclusive Markets» nutzt in erster Linie Marktmechanismen und -anreize, um Produktionsweisen zu verbessern oder Arbeitsplätze zu schaffen. Das erhöht die Breitenwirkung der Massnahmen entscheidend. Heute ist dieser markt- und systemorientierte Ansatz die Basis für alle Projektinterventionen von Swisscontact. In Bangladesch verbessert Swisscontact beispielsweise im Projekt «Katalyst» zwischen 2002 und 2017 dadurch die Lebensgrundlage von 4,7 Millionen Menschen.

 

Seit einigen Jahren setzt Swisscontact vermehrt globale Programme in mehreren Ländern gleichzeitig um. Sie bringt die lokalen Marktteilnehmer zusammen, damit diese selbst aktiv werden. Das stellt die Nachhaltigkeit der Projekte sicher.

 

Möglichkeiten schaffen – seit 60 Jahren

Am Ziel von Swisscontact hat sich in 60 Jahren nichts verändert: Swisscontact schafft auch in Zukunft Möglichkeiten für Menschen, sich wirtschaftlich zu entwickeln und der Armut aus eigener Kraft zu entkommen. Ein konstruktiv-kritischer Dialog zwischen Staat, Zivilgesellschaft und Privatsektor leistet einen Beitrag dazu, wie die Schweiz auch künftig einen wirksamen und nachhaltigen Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit leisten kann. Die gemeinsame Suche nach angepassten Lösungen für die anstehenden Herausforderungen ist wichtig. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die globalen Entwicklungsprobleme die innenpolitische Agenda mitbestimmen.

Swisscontact
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