Über die Kunst, Einkommen und Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig den Klimawandel mildern zu können

Am World Resources Forum 2017 im Oktober in Genf hielt Swisscontact zusammen mit E4tech, ein Beratungsunternehmen für nachhaltige Energie, einen Workshop über die Entwicklung von Marktsystemen und Umweltmanagement in Entwicklungsländern. Ziel des Workshops war es, Erfahrungen darüber zu teilen, wie verbesserte Produktionsprozesse, Recycling und Wiederverwendung sowie ein gesteigertes Umweltbewusstsein mehr und bessere Arbeitsplätze und Einkommen für KMU schaffen und gleichzeitig den Klimawandel mildern können.

Martin Dietschi, Leiter Swisscontact Albanien, sprach über KMU-Förderung durch kosteneffiziente Ziegelproduktion. Die KMU erhielten von Swisscontact technische Unterstützung bei der Einführung effizienterer Produktionsverfahren. Dadurch konnten 51 Kilotonnen CO2-Äquivalente Emissionen pro Jahr eingespart und die Einkommen der Ziegelproduzenten in Bolivien um 1,4 Mio. USD pro Jahr erhöht werden. Es war von Anfang an Bestandteil der Projektplanung, den wirtschaftlichen Nutzen für Kleinproduzenten mit positiven Umweltergebnissen in Einklang zu bringen.

Schaffung von Ökosystemen für die Wertschöpfungskette von Siedlungsabfällen („EcoVecindarios”)

Kolja Leiser stellte das Swisscontact-Projekt „EcoVecindarios" („Öko-Quartiere”) in Bolivien vor. Dies ist ein Abfallmanagement- und Recyclingprojekt, das die Mülltrennung und umweltfreundliche Unternehmen fördert. Durch das Projekt wurden die CO2-Emission um rund 45 Kilotonnen reduziert und mehr als 200 Arbeitsplätze geschaffen. 28 grüne Unternehmen wurden gestärkt und ein zusätzlicher Umsatz von 2,3 Mio. USD mit wiederverwertbaren Abfällen erwirtschaftet. 170'000 Einwohner trennten seitdem ihre Abfälle. Zehn Gemeinden investierten parallel zum Projekt 11 Mio. USD in Ausrüstung und Infrastruktur in Abfallmanagement.

Marktzugang für benachteiligte Produzenten durch Standardisierungs- und Zertifizierungssysteme (Better Cotton Initiative, BCI)

Sébastien Haye, Managing Consultant bei E4tech, erklärte die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsstandards und Zertifizierungssystemen. Die "Better Cotton Initiative" (BCI) stellt sicher, dass bei der Baumwollproduktion und -verarbeitung Nachhaltigkeitsregeln wie z.B. minimaler Einsatz von Chemikalien, reduzierter Wasserverbrauch und faire Arbeitsbedingungen, eingehalten werden. 2016 wurden 1,6 Millionen Landwirte von BCI lizenziert, was 3,5 Millionen Hektar nachhaltig bewirtschafteter Fläche und 2,5 Millionen Tonnen besserer Baumwolle auf dem Markt entspricht (12% der Weltproduktion).

Die Marktmechanismen in Entwicklungsländern für Umweltziele nutzbar zu machen

An der Veranstaltung nahmen rund 25 Personen teil, darunter vor allem Vertreter von Behörden aus den Niederlanden, Indien und der Schweiz, von Umweltberatungsfirmen und Hochschulen. 

Im Erfahrungsaustausch zeigte sich, dass grundsätzlich ökonomische und ökologische Fortschritte zusammen erreicht werden können. Marktwirtschaftliche Ansätze werden durch andauernde Regelverstösse, fehlgeleitete Subventionen oder landesübergreifende Regularien behindert. Deshalb erfordert es Kreativität, Innovation und den richtigen ordnungspolitischen Rahmen, die Marktmechanismen in Entwicklungsländern für Umweltziele nutzbar zu machen.

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