Nachhaltige Tourismusförderung als Wirtschaftstreiber

Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftstreiber: Jeder zehnte Job weltweit ist vom Tourismus abhängig und Tourismus macht 10 Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts (BIP) aus. Gestern Nachmittag haben Persönlichkeiten aus Wirtschaft und öffentlicher Hand im Technopark in Zürich über nachhaltige Tourismusförderung diskutiert. Swisscontact lud zu diesem Anlass ein, um das Bewusstsein für Herausforderungen und Chancen von nachhaltigem Tourismus zu schärfen. Als Organisation für Entwicklungszusammenarbeit fördert Swisscontact nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum und sieht in einer innovativen Privatwirtschaft Möglichkeiten für Beschäftigung und Einkommen.

Der Tourismus gehört in vielen Entwicklungsländern zu den wichtigsten Wirtschaftssektoren. «Von einem langfristig orientierten Tourismus profitieren alle Beteiligten: Bevölkerung, Touristen, internationale Reiseanbieter und die Umwelt. Aber: Nachhaltige Grundsätze in Entwicklungsprozessen umzusetzen ist komplex und kann nur mit internationaler Zusammenarbeit erreicht werden», erklärt Samuel Bon, CEO von Swisscontact, die Tätigkeit der Schweizer Stiftung.

Chance versus Überbeanspruchung

Jeder zehnte Job ist weltweit direkt oder indirekt in einer vor- und nachgelagerten Branche vom Tourismus abhängig. Die Anzahl Reisender nimmt massiv zu und fordert die Feriendestinationen heraus. Negative Auswirkungen des Tourismus sind unter anderem soziale Ungleichheit, Verlust der kulturellen Identität und Gefährdung der Kulturgüter und eine Überbeanspruchung der natürlichen Ressourcen. Die nachhaltige Tourismusförderung verringert diese Risiken, indem sie Ausbildungs- und Erwerbsmöglichkeiten schafft und einen massgeblichen Beitrag zum Erhalt der Kultur, der Biodiversität, und der Ökosysteme leistet.

Nachhaltige Tourismusförderung: eine internationale Herausforderung

Heinrich M. Lanz, Stiftungsratspräsident von Swisscontact, führt aus, was die Stiftung unter Nachhaltigkeit versteht: «Nachhaltigkeit muss beim Menschen, der Umwelt und der Wirtschaftlichkeit gegeben sein. Voraussetzung dafür ist ein systemischer Ansatz, der Einbezug aller Beteiligten und ein politisch stabiler Rahmen». 

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2017 zum «International Year of Sustainable Tourism for Development» erklärt. Márcio Favilla, Executive Director for Operational Programmes and Institutional Relations in der World Tourism Organisation (UNWTO), sprach über sein Ziel der globalen, nachhaltigen Tourismusförderung: «Ich hoffe, irgendwann brauchen wir nicht mehr ‹nachhaltiger Tourismus› zu sagen, weil Nachhaltigkeit selbstverständlich ist».

Zertifizierungen schaffen Aufmerksamkeit bei Anbieter und Gast

Nachhaltigkeits-Zertifikate für Tourismusdestination sind eine Möglichkeit, um nachhaltige Tourismusgebiete zu kennzeichnen und zu belohnen. Randy Durband, CEO des Global Sustainable Tourism Council (GSTC), sieht Zertifizierungen als Mittel, um Aufmerksamkeit zu schaffen – seitens Anbieter und Gast. Er sieht massiven Handlungsbedarf: «Wir brauchen jetzt einen grossen Schritt. Wir realisieren nicht, wie unsere Welt bereits in fünf Jahren aussehen wird». Durband erachtet es als besonders wichtig, hierbei nicht nur an Privat- sondern auch an Geschäftsreisende zu denken.

Swisscontact: Schwerpunkt in der Tourismusentwicklung

Bereits Mitte der 1990er-Jahre setzte Swisscontact in Peru das erste Tourismusentwicklungsprojekt um. Heute ist Tourismusförderung ein Schwerpunktthema der Stiftung. Swisscontact arbeitet dafür mit Partnern, die bereit sind, in langfristige Projekte zu investieren. Nachhaltigkeit im Tourismus kann nur erreicht werden, wenn mit vereinten Kräften und über längere Zeit an der Stärkung aller Beteiligter an der Destination gearbeitet wird.

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